Der Mitbegründer des Karnevalsausschusses starb zwei Tage vor seinem 78. Geburtstag.

Egon Radowski.  Archiv
Egon Radowski. Archiv

Egon Radowski. Archiv

woi

Egon Radowski. Archiv

Neuss. Egon Radowski hat sich gerne auf die Fahne geschrieben, den Karneval nach Neuss gebracht zu haben. Das stimmt – und auch wieder nicht. Denn Karneval, so hat der Karnevalsausschuss sogar in Buchform aufarbeiten lassen, wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts in Neuss gefeiert. Aber Tatsache ist auch, dass erst Männer wie Egon Radowski ihn in der Quirinusstadt groß gemacht haben. Ihm verdankt das „Winterbrauchtum“, wie Radowski den Trubel in der fünften Jahreszeit selbst nannte, einiges. Daher war die Trauer gerade in den Karnevalsgesellschaften gestern groß, als sich die Nachricht von seinem Tod verbreitete. Egon Radowski, der auf der Furth zu Hause war, starb am Montag, zwei Tage vor Vollendung des 78. Lebensjahres. Er selbst verfügte, dass die Beisetzung nur im Familienkreis erfolgen soll.

22 Jahre lang war er Vorsitzender der Blauen Funken Neuss

Egon Radowski war der Mann der geflügelten Worte: „Wenn ’mer kee Jeld mi han, breche ’mer ne Hunderter an“ oder „Komm, lott uns ene schlappe“ sind in seiner Heimatgesellschaft, den „Blauen Funken“, legendär geblieben. Genau wie die Feststellung des gebürtigen Bilkers, der 1965 nach Neuss kam und über die Narretei seiner neuen Nachbarn wenig gefühlvoll urteilte: „Karneval ist das nicht.“

Also machte sich der gelernte Fliesenleger an die Aufbauarbeit. Zum 1. Januar 1966 trat er als Senator der Karnevalsgesellschaft „Blaue Funken“ bei. 1967 gab er den Status „Förderer“ auf und wurde aktives Mitglied. Schon 1969 rückte er als zweiter Vorsitzender in verantwortliche Position auf. Zum Vorsitzenden wählten ihn die Funken im Jahr 1977 – und Radowski blieb es 22 Jahre lang. Kein Vorsitzender vor und keiner nach ihm hat den Verein so geprägt wie er. Bis in die Gegenwart nahm er am Vereinsleben teil, wo sein Wort immer etwas galt – auch wenn er mal Kritik üben musste. Von seinen Ideen und seinem Fleiß profitierten aber auch andere Gesellschaften, die im Jahr 1970 unter dem Dach des Karnevalsausschusses Neuss (KA) zusammenfanden. Diese Dachorganisation gründete Radowski gemeinsam mit den Brüdern Ernst und Manfred Schlaak sowie Toni Großmann.

Radowski war Ehrenkettenträger und Ehrenmitglied der Funken. Und er war 2013 der erste Karnevalist, der vom KA die Ehrenplakette in Gold erhielt. In der Session 1975/76 waren Egon Radowski und seine Marianne, mit der er fast 57 Jahre verheiratet war, Prinzenpaar der Stadt Neuss.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer