CDU fordert Fütterungsverbot und Einrichtung eines Taubenschlags zur Kontrolle.

Neuss. Die Tauben in der südlichen Neusser Furth werden zum Problem. "Uns erreichen massive Beschwerden von Bürgern, die insbesondere in der Unterführung am Hauptbahnhof fürchten, dass ihnen auf den Kopf gemacht wird", bestätigt Peter Hilgers vom städtischen Umweltamt.

Taubenkot greift Bausubstanz an

CDU-Ratsherr Andreas Hamacher hat das Taubenproblem jetzt auf die politische Tagesordnung gesetzt. Viele Bürger der Nordstadt, so der Kommunalpolitiker, klagten über aggressiven Taubenkot, der nicht nur die Straßen und Gebäude verunreinige, sondern auch äußerst aggressiv auf die Bausubstanz wirke.

"Die Tauben sind deshalb nicht nur lästig, sondern sie werden zum Sicherheitsrisiko für die Betroffenen." Es sei an der Zeit, vernünftige Vorschläge zu präsentieren, meint der Ratsherr. Und deutlicher: "Andere Städte wie Düsseldorf sind in diesem Bereich wesentlich weiter."

So sei etwa an die Aufnahme eines Fütterungsverbotes in die Straßensatzung zu denken oder an die Einrichtung eines Taubenschlags, durch den eine gezielte Schlüpfkontrolle des Nachwuchses erreicht werden könne. Auch eine mögliche Ansiedlung von Falken wie im Hafengebiet steht auf der Forderungsliste von Hamacher.

"Wenn die Tauben dort nichts zu fressen finden würden, würden sie dort nicht so massiv sein."

Peter Hilgers, Umweltamt

Bei der Verwaltung sei man keinesfalls tatenlos, erklärt Peter Hilgers: "Wir prüfen zurzeit, wie wir das Taubenproblem in den Griff bekommen können." Das Problem insbesondere im Bereich der Unterführung sei aber von "grundsätzlicher Art", bei dem Zusammenhänge beachtet werden müssten. Schließlich lockten die Hinterlassenschaften der Menschen die Tiere an.

Bei dem Weggeworfenen handele sich es schlicht und ergreifend häufig um Nahrung. "Wenn die Tauben dort nichts finden würden, würden sie dort nicht so massiv sein."

Falkeneinsatz ist problematisch

Und der Einsatz von Falken sei nicht unproblematisch. "Es gibt Beispiele für bestimmte Gebäude, die geschützt werden können", räumt Hilgers ein. "Aber das ist häufig nur von kurzer Wirksamkeit." Wenn der Falkner mit den Greifvögeln abrücke, kämen auch die Tauben schnell zurück. "Sie gewöhnen sich daran."

Zudem sei der Tierschutz zu beachten. Die tatsächlich von Falken gejagten und dann womöglich verletzten Tauben blieben oft zurück und würden erbärmlich sterben.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer