Rund 12 000 Bäume an den städtischen Straßen werden von Spezialisten untersucht und in ein Kataster eingetragen.

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Zahlreiche hohe Bäume ragen – wie hier an der Römerstraße – über die Straßen und Bürgersteige hinaus.

Zahlreiche hohe Bäume ragen – wie hier an der Römerstraße – über die Straßen und Bürgersteige hinaus.

Marc Ingel

Zahlreiche hohe Bäume ragen – wie hier an der Römerstraße – über die Straßen und Bürgersteige hinaus.

Neuss. Mit jeder neuen Straße in den Wohn- und Gewerbegebieten wächst auch die Zahl der städtischen Bäume: Mittlerweile stehen rund 12 000 davon an den Neusser Straßen - Tendenz steigend. Um die immer größer werdende Zahl an Bäumen mit gleichem Personal im Griff zu behalten, ist die Stadt auf externe Hilfe angewiesen. Das gilt vor allem im Hinblick auf die Sicherheit.

Damit sich Autos und Fußgänger im Schatten der Bäume sicher bewegen können, ist laut Gesetzgeber zweimal im Jahr eine Verkehrssicherheitskontrolle notwendig. Für die Straßenbaumkontrollen hat die Verwaltung daher jetzt zertifizierte Baumsachverständige engagiert.

Darunter ist auch Lukas Odenwäller. Der Landschaftsarchitekt unterzog von Juni bis November 2009 bereits 3000 Bäume der Nordstadt einer strengen Untersuchung. Ergebnis: Die Gefahr für den Straßenverkehr ist überschaubar.

Auch die vielen, bis zu 30 Meter hohen und weit über 100 Jahre alten Kastanien stellen laut Untersuchung nur sehr geringes Gefahrenpotenzial für Fußgänger und Autos dar. Odenwäller: "Die Bäume sind zwar teilweise bereits 1840 angelegt worden, aber der Bestand ist in einem recht guten Zustand." Allerdings: "Da die alten Bäume lange nicht gepflegt wurden, produzieren sie vor allem im Kronenbereich viel Totholz."

Dieses Geäst könne bis zu zehn Zentimeter dick werden, "und wenn das dann aus großer Höhe auf ein Auto oder einen Fußgänger fällt, kann es gefährlich werden", sagt der Baumsachverständige. Das Totholz wurde deshalb schnell entfernt.

Um solche und andere Gefahren künftig möglichst frühzeitig erkennen und womöglich auszuschließen zu können, wurden parallel zu den Kontrollen gleich auch Standort und Zustand jedes einzelnen Baumes mit größtmöglicher Genauigkeit in einem digitalen Baumkataster erfasst. Lukas Odenwäller kontrollierte dazu neben Rindenstrukturen auch Kronenarchitektur und Holzfestigkeit.

So werden neben Art, Gattung, Alter, Stammumfang und Höhe auch Gesundheitszustand und Schädigungsgrad der Bäume digital auf der Stadtgrundkarte vermerkt.

Anhand der gewonnenen Daten sollen künftig Schnitt-, Belüftungs- oder Düngemaßnahmen frühzeitig angeordnet werden können. Dadurch soll das Lebensalter der Bäume verlängert und ihr Gefahrenpotenzial für den Straßenverkehr minimiert werden.

Insgesamt kostet die Maßnahme rund 100 000 Euro. Zurzeit läuft die Kontrolle und die Erfassung der restlichen 9000 Straßenbäume der Stadt. Sie soll bis zum Frühjahr nächsten Jahres abgeschlossen sein.

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