In der Kindertagesstätte St.Cornelius funktioniert das Miteinander.

Nach dem Essen – und dem Spülen selbstverständlich – geht es für die Hortkinder an die Hausaufgaben.
Nach dem Essen – und dem Spülen selbstverständlich – geht es für die Hortkinder an die Hausaufgaben.

Nach dem Essen – und dem Spülen selbstverständlich – geht es für die Hortkinder an die Hausaufgaben.

Gut gelaunt beim Mittagstisch: Das gemeinsame Essen macht den Kinder aus der Käfer-, Regenbogen- und der Sonnengruppe sichtlich Spaß. Und schmecken tut es auch, „immer“, sagen die Kleinen.

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Nach dem Essen – und dem Spülen selbstverständlich – geht es für die Hortkinder an die Hausaufgaben.

Neuss. Jana und Alina, Malik, Fabia und Vilas sitzen vor ihren Tellern. Gut hat der Reis mit Cevapcici geschmeckt. Sie wohnen in Erfttal, "und ich in Erfttal-West", ruft einer der kleinen Esser.

Vier, fünf Jahre alt sind sie, Kinder der Katholischen Kindertagesstätte St.Cornelius, und jetzt ist auch noch der Pfarrer gekommen. "Wollt ihr Ketchup über den Quark?", fragt er. Großes Gelächter. "Hallo Pastor", rufen sie. Jochen Koenig kennen sie alle.

Die Kleinen fühlen sich sichtlich wohl, und genau diesen Eindruck hat der Besucher auch nebenan bei den größeren Hortkindern. Sie kommen fast alle von der Gebrüder-Grimm-Schule, essen hier, Zähneputzen nicht vergessen, machen ihre Hausaufgaben, spielen.

"Zunächst fangen wir einfach an zu reden."

Hildegard Mumm, Erzieherin

Das Essen spielt eine große Rolle. Schon das Frühstück: Marmelade gibt es, ruft ein Junge begeistert, und Nutella. Aber auch Müsli und Obst. Salat zum Mittagessen ist für viele Kinder in St.Cornelius normal, zuhause aber ein Fremdwort.

Nachmittags gibt es einen Snack, und beim Gehen nimmt so manches Kind einen Apfel mit. "Hier geht keiner hungrig nach Hause", sagt Andrea Hahn. Das Obst organisieren die Mitarbeiterinnen oft von der Neusser Tafel. Auch hier wird mit jedem Euro gerechnet.

Die Kita ist ein Mikrokosmos, und sie spiegelt Erfttal, wie die stellvertretende Kita-Leiterin Andrea Hahn sagt. Türken, Deutsche, Mazedonier, Iraner und Iraker, Kinder aus Russland, Polen und Marokko kommen her. Nicht selten sprechen die ausländischen Kinder kein Wort Deutsch.

Ein Treffpunkt für fast 100 Kinder

Also gibt’s Sprachunterricht, in drei abgestuften Varianten. "Zunächst mal fangen wir einfach an zu reden, dann spielen wir Memory und benennen die Dinge", berichtet Hildegard Mumm, die schon seit 30 Jahren mit Kindern arbeitet. Oft zeigen sich überraschend schnell Erfolge. Ohne Deutsch gäbe es ja auch kein Miteinander der Kinder.

Das aber funktioniert an der Harffer Straße. 70 Plätze für Drei- bis Sechsjährige, die Hortgruppe für 20 Schulkinder, und gerade wandelt sich der Waschmaschinenraum zum Wickelraum, damit auch unter Dreijährige einen Platz finden.

Alles bestens in Erfttal? Auch wenn die Arbeit "jeden Tag wieder Spaß macht", wie Andrea Hahn betont, auch wenn die Kinder sichtlich gern hier sind: Probleme gibt es reichlich. Die ranken sich um fehlendes Geld und mangelnden Platz.

Den Bedarf können sie hier nicht befriedigen, und immer wieder benötigen Familien Unterstützung, um etwa das Essen für ihre Kinder zahlen zu können. Ein Ausflug zum Schwimmen wird da ebenfalls zum Rechenexempel, weil die Fahrtkosten eine Hürde bilden.

"Im Improvisieren sind wir gut", sagt Hildegard Mumm. Umso größer die Freude, wenn mal Extra-Geld hereinkommt. Wofür sie die Spende nach dem Benefizkonzert (s. Kasten) verwenden werden, steht für Andrea Hahn schon fest: Lebensmittel werden gekauft. "Denn Müsli ist teurer als Nutella."

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