Die Proklamationen waren bestens besucht. Dieter Hellendahl und Anita Löwner in Neuss sowie das Gustorfer Dreigestirn, Wilbert Klug, Manfred Ignatius und Ralf Büttgenbach, wurden offiziell inthronisiert.

Das Gustorfer Dreigestirrn (v.l.): Prinz Manfred Ignatius, Bauer Wilbert Klug und Jungfrau Ralf Büttgenbach.
Das Gustorfer Dreigestirrn (v.l.): Prinz Manfred Ignatius, Bauer Wilbert Klug und Jungfrau Ralf Büttgenbach.

Das Gustorfer Dreigestirrn (v.l.): Prinz Manfred Ignatius, Bauer Wilbert Klug und Jungfrau Ralf Büttgenbach.

In Neuss stand die Übergabe von Federn, Prinzennadel und Zepter an Dieter III. und des Krönchens an die Novesia Anita I. durch Bürgermeister Reiner Breuer im Mittelpunkt.

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Das Gustorfer Dreigestirrn (v.l.): Prinz Manfred Ignatius, Bauer Wilbert Klug und Jungfrau Ralf Büttgenbach.

Rhein-Kreis. Nach Hoppeditz-Erwachen und Prinzengelöbnis sind Dieter Hellendahl und Anita Löwner mit der Prinzenproklamation jetzt auch offiziell das Neusser Prinzenpaar für die Session 2016/2017. „Ein Paar“, so Jakob Beyen, Präsident des Karnevalsausschusses bei der Vorstellung im festlich geschmückten Zeughaus, „dem sowohl das Sommer- wie auch das Winterbrauchtum am Herzen liegt“. Ein Eindruck, den auch die zahlreich erschienenen Gäste wie Bundesminister Hermann Gröhe über Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Bürgermeister Reiner Breuer oder Schützenkönig Christoph Napp-Saarbourg mit nach Hause nehmen konnten.

Feuerwerk aus frechen Büttenreden, Musik und Tanz

Stand im Mittelpunkt die Übergabe von Federn, Prinzennadel und Zepter an Dieter III. und des Krönchens an die Novesia Anita I. durch Bürgermeister Breuer, so bot der Abend auch ein unterhaltsames Feuerwerk von Büttenreden, Gesangseinlagen, musikalischer Unterhaltung und tänzerischen Darbietungen. Teils lokalbezogen, wie der Auftritt des Nüsser Jong Titschy; der mit dem Lied „Zwischen Hafen und Quirin“ nicht nur die Liebe zur Vaterstadt demonstrierte, sondern mit dem Mottolied der Session, „Vom Obertor bis Hamtorwall, Faire Jecken överall. Die Hauptsach is – et Hätz is jot“, auch zum Nachdenken anregte.

Die Gäste rockten mit, nachdem Moderator Reiner Franzen den Kölner Künstler Linus auf die Bühne geholt hatte. Dessen Lieder aus den 70er Jahren sowie kölsche Tön brachte er mit so großer Gesangs- und Unterhaltungskunst auf die Bretter, dass die Gäste stehend Applaus zollten. Musikalisch überzeugten De Albatrosse mit Kölschen Tön und Rock’n’ Roll sowie die auf den Punkt passende Begleitung des Abends durch die Happy Company. Den besten optischen Auftritt des Abends legte die Novesia-Garde der Blauen Funken hin.

Auch in Gustorf wurde am Wochenende im Festzelt am Torfstecher Weg ausgelassen Sitzungskarneval gefeiert. Der Närrische Sprötz-Trupp hatte eingeladen und rund 550 Besucher waren gekommen. Präsident Ewald Wörmann legte Wert darauf, die Proklamation zügig über die Bühne zu bringen. So dauerte es nicht lange, bis das Kinderprinzenpaar Vano Khanzadian und Anna-Lena Von der Straße begrüßt war und das Dreigestirn, bestehend aus Bauer Wilbert Klug, Jungfrau Rafaela (Ralf Büttgenbach) und Prinz Manfred Ignatius mit den närrischen Insignien, dem Zepter, dem Dreschflegel und dem Spiegel ausgestattet war.

Rock’n’Roll und Kölsche Tön in Gustorf

Sitzungspräsident Mario Buschinski und sein Elferrat traten als zünftige Bayern-Burschen in Lederhosen auf, viele Besucher waren wesentlich bunter gekleidet. Bunt gemischt war das Publikum sowieso: Da waren acht Bewohner vom Gustorfer Haus der Lebenshilfe, die ebenso ihren Spaß hatten wie das Dreigestirn aus Orken. „Wir sind zum ersten Mal hier und finden es toll“, sagte Jungfrau „Petra“ Stückmann. Bauer Wolle Kirsch trug 97 Pfauenfedern an seinem Bauern-Hut. Martin Schopps aus Köln übernahm die Rolle des Eisbrechers. Er war der Büttenredner in dem ansonsten ziemlich musiklastigen Programm und er machte einen tollen Job.

Frontfrau Peggy Sugarhill heizte mit den Kölner „Rockemariechen“ dem Publikum ordentlich ein. Später sollten zum Rock’n’Roll auch kölsche Töne hinzukommen. Der Zeitplan war mittlerweile ein wenig durcheinandergeraten, die jüngsten Tänzerinnen der „Funken Rot-Weiß Gustorf“ mussten Klaus & Willi den Vortritt lassen. Klaus, der Bauchredner aus Moers, hatte die nicht ganz leichte Aufgabe, mit den bisherigen Akteuren mitzuhalten. Er sollte es schaffen mit seinen Dialogen mit dem frechen Affen Willi – der wurde übrigens in derselben Werkstätte gefertigt wie die Figuren von der Muppet-Show. Das Duo brachte das Publikum immer wieder zum Lachen und erfüllte deshalb seine Mission. „Meine Schwester bekommt immer mehr als ich – sie hat drei Brüder, ich nur zwei“, beklagte sich Willi. Der närrische, rundherum gelungene Abend klang mit den „Rabaue“ aus.

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