Am Montag beginnt der Verkauf der Luxuswohnungen im Marianum. 2011 sollen die ersten Eigentümer einziehen.

So soll das Marianum mit dem Neubau nach Plänen der Viacon Ende 2010 aussehen.  (Repro: Engers)
So soll das Marianum mit dem Neubau nach Plänen der Viacon Ende 2010 aussehen. (Repro: Engers)

So soll das Marianum mit dem Neubau nach Plänen der Viacon Ende 2010 aussehen. (Repro: Engers)

So soll das Marianum mit dem Neubau nach Plänen der Viacon Ende 2010 aussehen. (Repro: Engers)

Neuss. Das Schlagen der Turmuhr kommt pünktlich. Laut hallen die Glockentöne durch die langen, leeren Flure des denkmalgeschützten Collegium Marianum. Es ist kalt in dem vor zwei Jahren vom Erzbistum Köln aufgegebenen, 99 Jahre alten Gebäude. Die Heizung ist abgeschaltet, überall liegen Zentimeter hohe Staubschichten, die Zimmertüren stehen offen.

Es sieht aus, als habe das Bistum das Gebäude fluchtartig verlassen. Alte Bettgestelle stehen noch in den Zimmern. Schreibtische, umgekippte Stühle, halb heruntergerissene Regale und in einer Ecke lehnt ein schlichtes Holzkreuz.

Im Sommer 2008 hat die Viacon Aktiengesellschaft das Marianum dem Bauverein das Marianum abgekauft. Der hatte es zuvor für 2,8 Millionen - samt riesiger Parkanlage - vom Erzbistum übernommen. Viacon ist nach eigenen Angaben führend im im Verkauf von zu Luxuswohnungen umgebauten, historischen Immobilien.

Über Jahrzehnte war das Marianum Seminargebäude für angehende Priester. "Bis Ende 2010 sollen in dem historischen Gebäude 51 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen. 2011 sollen dann die ersten neuen Eigentümer einziehen", sagt Uwe Aucherbach, Vertriebsleiter der Viacon AG. "Wir sind uns beim Umbau der Geschichte des Gebäudes bewusst und werden dies achten", sagt er. Der Verkauf läuft ab dieser Woche. Die teuerste Wohnung kostet 684000 Euro.

Noch gibt es keinen Bauantrag für den weiß-grauen Neubau

Von der Preußenstraße aus links neben dem Marianum soll ein moderner, kubistischer Neubau mit 31 Eigentumswohnungen entstehen. Allerdings ist hierfür noch kein Bauantrag bei der Stadt gestellt worden. Jedoch hatte die Politik einer entsprechenden Bauvoranfrage bereits zugestimmt.

"Am Design könnte sich also noch etwas verändern", sagt Auerbach. Vollmundig spricht der Viacon-Werbeprospekt von einer "harmonischen Sympathie" mit der der neue Bau dem historischen Gebäude zugeneigt bleibt. Der Neubau verkörpere laut Prospekt "den Luxus der Neuzeit. Etwa mit massiven Holzdielen." Über 23 Millionen Euro steckt Viacon in das Gesamtprojekt.

Kapelle im Marianum bleibt als geweihtes Gotteshaus erhalten

Als katholische Enklave im Luxus-Marianum bleibt die Kapelle erhalten. Das moderne von Heinz Mack gestaltete Gotteshaus mit den ungewöhnlich eckig geschnittenen Bankreihen, der in futuristischen Blautönen bemalten Orgel und den armdicken Glaskörpern, die den Gebets- vom Altarraum trennen, ist vollständig erhalten.

"Die Kapelle bleibt im Besitz des Erzbistums", sagt Auerbach. Zwar soll es nicht permanent öffentlich zugänglich sein, aber für Veranstaltungen öffnen. "Hochzeiten, Weihnachts- oder Ostermessen sind hier möglich", sagt Auerbach. Denn die Kapelle wird nicht entwidmet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer