Rhein-Kreis Neuss stellt auf der vierten „Smart Energy“ sein Energie-Labor vor.

Besonders die Photovoltaik-Angebote stießen bei den Messebesuchern auf Interesse.
Besonders die Photovoltaik-Angebote stießen bei den Messebesuchern auf Interesse.

Besonders die Photovoltaik-Angebote stießen bei den Messebesuchern auf Interesse.

Debora Leonti von der Firma Thoennesen und Ulrich Kröll von Vaillant stellten auf der Messe innovative Heiztechnik vor.

Stefan Büntig, Bild 1 von 2

Besonders die Photovoltaik-Angebote stießen bei den Messebesuchern auf Interesse.

Neuss. "Gebäudesanierung und Altbaudämmung" waren die Schwerpunkte der Energiemesse "Smart Energy", die am Wochenende zum vierten Mal in der Neusser Stadthalle stattfand. 75 Stände informierten die Besucher über Ressourcen-sparende Heiz-, Dämm- und Bautechniken.

Die Aussteller konnten sich bei der von der Kreishandwerkerschaft veranstalteten Messe über Nachfragemangel nicht beklagen. Kaum eine Minute verging, ohne dass ein Ausstellungsbesucher detaillierte Fragen stellte.

Verstärktes Interesse fanden die Angebote der Photovoltaik zur solaren Stromgewinnung. Hier spielte der Zeitfaktor eine wichtige Rolle, da der Gesetzgeber die Förderung in absehbarer Zeit reduzieren will. Schon zu Jahresbeginn hatten darum einige Hersteller Lieferprobleme. Nachgefragt wurden vor allem Anlagen aus deutscher Produktion, die Garantien für durchschnittlich 20 Jahre bieten und sich nach rund acht Jahren amortisieren.

Neue Heizanlage funktioniert ohne Kühlmittelkreislauf

Bei den Heizungsanlagen wurden die aktuellen Geräte aller namhaften Hersteller vorgestellt, die die Effizienz erneut gesteigert haben. Die Präsentation des Zeolith Wärmetauschers durch Vaillant war eine Deutschlandpremiere. "Das innovative System spart 20 Prozent der Heizkosten im Vergleich zu den bisherigen Sparfavoriten der Brennwertgeräte ein", sagte Vaillant-Mitarbeiter Ulrich Kröll. Zudem werde die Umwelt auch bei der Nachsorge nicht belastet, da kein Kühlmittelkreislauf vorhanden sei. Die Vorstellung dieser Innovation auf der Smart Energy erfolgte noch vor der offiziellen Markteinführung, die für den 10. März geplant ist. "Diese neue Technik ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung CO2-Einsparung", so Kröll.

Mit dem selbst konzipierten so genannten Energie-Labor geht auch der Rhein-Kreis-Neuss einen zukunftsorientierten Weg, der bei der Ausbildung des Handwerkernachwuchses ansetzt. "Die Idee zu unserem Energie-Labor entstand durch den lokalen Energiepakt des Rhein-Kreises", erläuterte Marcus Temburg vom Rhein-Kreis Neuss, der dieses Projekt betreut.

Das Energie-Labor soll interdisziplinär ausbilden

Das Energie-Labor soll in das Berufskolleg für Technik und Informatik (BTI) in Neuss integriert werden. 700 Schüler erlernen dort derzeit Berufe des Elektrohandwerks, des Sanitär- und Heizungsbaus, lassen sich zum Tischler, Maler oder Gestalter ausbilden. Ihnen soll eine neue Dimension des Lernens geboten werden.

"Erfühlbares und erlebbares Lernen ist um ein vielfaches effektiver, als zehn Theoriestunden", erklärte Bert Vennen, Schulleiter des BTI. Unterschiedliche Baumaterialien, Messtechniken, Dämmstoffklassen und Wärmetechniken würden im Energie-Labor interdisziplinär vorgestellt und böten eine Verzahnung der einzelnen Gewerke.

Doch die Nachwuchsausbildung sei nicht die einzige Einsatzmöglichkeit des Labors. Die Weiterbildung von Handwerkern und die Wissensvermittlung an fachkundige Bürger sei ein weiteres Feld, betonte Vennen.

Der 740.000 Euro teure Prototyp soll durch Sponsoren für den Rein-Kreis Neuss bezahlbar werden. Die Präsentation auf der Smart Energy diente daher auch der Sponsorensuche. Die Projektpartner Rhein-Kreis Neuss und BTI sind sicher, dass der Bau im Sommer beginnen kann.

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