Das 4,3 Millionen Euro teure Projekt ist fast sechs Jahre lang vorbereitet worden. Das markante Hafenkopfgebäude soll Ende 2013 bezugsfertig sein.

spatenstich
Der kühne Entwurf von Oliver Ingenhoven erinnert an einen Schiffsbug. Entwurf: Archiv

Der kühne Entwurf von Oliver Ingenhoven erinnert an einen Schiffsbug. Entwurf: Archiv

Bürgermeister Herbert Napp rückte gestern mit dem Minibagger an, um den Startschuss für die Bauarbeiten am Hafenbecken zu geben.

Copyright: Studio Holger Knauf, Düsseldorf, Bild 1 von 2

Der kühne Entwurf von Oliver Ingenhoven erinnert an einen Schiffsbug. Entwurf: Archiv

Neuss. Herbert Napp sitzt in einem kleinen orangefarbenen Bagger. Souverän steuert er dessen Arm, die Schaufel senkt sich in den Untergrund und kriegt ein paar Pflastersteine zu fassen. Fotografen halten die Szene fest, der Bürgermeister lacht. Nun war das zwar nicht wirklich ein erster Spatenstich für das neue Kopfgebäude am Hafenbecken 1, aber „Baggern macht immer Spaß“, bekundete Napp später in den Cretschmarhallen beim gemeinsamen Mittagessen mit Erbsensuppe.

Der Stadtchef hatte gleich doppelt gute Laune. Nicht nur, dass es fünf Jahre nach dem Ideenwettbewerb endlich mit dem Bau des spektakulären Bürohauses an der Batteriestraße losgeht, Napp feierte gestern auch seinen 66. Geburtstag.

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Der kühne Entwurf von Oliver Ingenhoven erinnert an einen Schiffsbug. Entwurf: Archiv

Der kühne Entwurf von Oliver Ingenhoven erinnert an einen Schiffsbug. Entwurf: Archiv

Bürgermeister Herbert Napp rückte gestern mit dem Minibagger an, um den Startschuss für die Bauarbeiten am Hafenbecken zu geben.

Georg Salzburg, Bild 1 von 2

Bürgermeister Herbert Napp rückte gestern mit dem Minibagger an, um den Startschuss für die Bauarbeiten am Hafenbecken zu geben.

Und den obligatorischen Spaten durfte er schließlich doch noch in die Hand nehmen: Denn Klaus Harnischmacher, Geschäftsführer der Stadthafen GmbH, schenkte ihm passend zu beiden Anlässen einen nagelneuen Spaten (für die Gartenarbeit?) und einen Spielzeugbagger (für den Enkel).

Gebäude ragt wie ein Schiffsbug über den Vorplatz

Das 4,3 Millionen Euro teure Projekt ist fast sechs Jahre lang vorbereitet worden. Erst im September hatte der Stadtrat den Bau endgültig abgesegnet. Die Stadtpolitik habe sich aber nie von diesem Projekt getrennt, lobte Harnischmacher. Trotzdem ruhten die Planungen zeitweise und die „Waterfront“ war 2011 auf Eis gelegt, bis die Stadthafen GmbH statt eines Investors letztlich selbst investierte.

Für den Bürgermeister gut angelegtes Geld: „Die Vision, dass Neuss ans Wasser rückt, wird mit dem Bau teilweise verwirklicht. Es zeigt sich, dass Stadtleben und Industrie gut zusammenpassen, wenn man aufeinander Rücksicht nimmt.“

Bauherr ist die rein städtische Stadthafen GmbH, die Stadt selbst trägt die Kosten für Außenaufzug und Brücke, die über die Batteriestraße auf die erste Ebene des neuen Gebäudes führt und dann weiter die Hafenpromenade erreicht. Die Stadt setzt hier noch auf Fördermittel vom Land.

Geplant und gebaut wird das 2500 Quadratmeter große Kopfgebäude, dessen Vorderfront einem Schiffsbug nachempfunden ist, nach den Plänen des Architekturbüros Oliver Ingenhoven. Ein Entwurf, der einem Vergleich mit dem berühmten Dockland-Haus in Hamburg durchaus standhält. Die Bauunternehmen Nesseler Grünzig aus Aachen und Christian Korbmacher aus Neuss sind mit der Ausführung betraut.

Harnischmacher hat keine Bedenken, was den ambitionierten Zeitplan angeht, der eine Fertigstellung in einem Jahr vorsieht. „Damit kommen wir gut hin.“ Eile sei insofern geboten, da einige der künftigen Mieter ihre Jahresverträge der alten Immobilien zeitig kündigen müssten.

Ausgewogene Mieter-Mischung mit Büros, Kanzlei und Arztpraxis

Wohnungen wird es dort ebenso wenig geben wie Einzelhandel. „Kleidung ist im Hafen nicht erlaubt“, fügt Harnischmacher an. Auch ein Café sei eher fraglich. „Es gibt hier doch so viele drumherum“, meint der Stadthafen-Chef, bei dem sich in den vergangenen Tagen auch ein Interessent für das bisher noch freie Erdgeschoss gemeldet hat.

Alle anderen vier Etagen sind laut Harnischmacher so gut wie vermietet. Die Mischung der künftigen Gebäudenutzer mit Kanzlei, Ärzten und Energieversorger sei ausgewogen und vielversprechend. „Der Quadratmeterpreis ist mit dem im Haus am Pegel vergleichbar.“

Gegenüber der ursprünglichen Planung wurden nur wenige Abstriche gemacht. Eine Tiefgarage gibt es nicht, stattdessen wird der Zwischenteil der Cretschmarhallen zum Parkhaus für 50 Plätze.

Außen erhält das futuristische Kopfgebäude eine Putzfassade mit einem schimmerden Metalleffekt, innen ist es energetisch ausgerichtet und bekommt noch ein besonderes Ausstattungselement: eine so genannte Betonkernaktivierung, die umweltschonend durch Nutzung des Hafenwassers dafür sorgt, dass das Gebäude im Sommer gekühlt wird.

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