Erwachsenenbildung: Ricarda Scharbert hat die perfekte Balance zwischen Arbeit und Leben gefunden.

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Trainerin Ricarda Scharbert sagt über ihren Beruf: „Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.“

Trainerin Ricarda Scharbert sagt über ihren Beruf: „Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.“

Uli Engers

Trainerin Ricarda Scharbert sagt über ihren Beruf: „Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.“

Neuss. Als Ricarda Scharbert vor etwa 15 Jahren in die Erwachsenenbildung als Trainerin einstieg, war es für sie keine Frage: "Ich wollte selbstständig sein." Sie sitzt in ihrem Coachingraum an der Martinusstraße in einem extravagant geschwungenen Sessel, vor der Wand steht ein Flipchart.
 
In diesem Raum schult sie ihre Kunden - zum Beispiel in Rhetorik oder Teamarbeit. Oft arbeitet sie aber auch bei den Kunden vor Ort, macht Telefontrainings und Videoanalysen mit den Kursteilnehmern.
 
Nach dem Abitur absolvierte Scharbert zunächst eine Schneiderlehre, studierte dann Grundschullehramt. Doch sie merkte schnell, dass ihr zwar das Lehren Spaß machte, dass sie aber keine Kinder unterrichten wollte.
 
So sattelte sie um und legte 1998 ihr Pädagogikdiplom mit dem Schwerpunkt auf Erwachsenenbildung und Beratung ab. "Schon während des Studiums habe ich nebenbei freiberuflich als Trainerin gearbeitet", erzählt Scharbert.

Sie sei in das Trainernetzwerk Trainerforum Düsseldorf aufgenommen worden und konnte dort Kontakte knüpfen. "Als Quotenfrau wurde ich in den Vorstand berufen", lacht die 42-Jährige. Dort ist sie heute noch. Das Netzwerk habe sie bei ihrem Start sehr unterstützt: "Ich wurde zugeschüttet mit Wissen."

Noch bevor sie ihr Diplom in der Tasche hatte, bekam sie ein Angebot für eine feste Stelle in der Personalentwicklung. "Ich habe gezögert, ob ich es annehmen soll", verrät Scharbert. Doch sie tat es. "Schließlich wollte ich Festangestellte schulen. Da konnte es nicht schaden, die Erfahrung auch selbst einmal zu machen." Zwei Jahre lang arbeitete Scharbert dort, dann wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit.

Hatte sie nie Angst zu scheitern? "Nee", antwortet sie, ohne eine Sekunde lang zu zögern. "Ich vertraue auf meine Fähigkeiten. Wenn es doch nicht klappt, kann ich mich immer über Wasser halten. Und wenn ich Kellnern gehe." Außerdem habe sie sich umfassend über ihre Aufgaben als Unternehmerin informiert.
 
Dabei wurde der 42-Jährigen schnell klar, dass sie in der Hauptsache ihrer pädagogischen Arbeit nachgehen wollte. "Deshalb gebe ich die Steuersachen zum Beispiel zum Steuerberater." Auf diese Weise hat sich die Unternehmerin ihren Traumberuf kreiert. "Ich habe absolut mein Ding gefunden", sagt Scharbert.
 
"Am Anfang hatte ich Sorge, irgendwann den Spaß zu verlieren. Aber es gibt immer neue Themen, ich lerne auch viel von meinen Kunden und bilde mich weiter." Das Schönste an ihrem Beruf sei das Aha-Erlebnis der Kursteilnehmer. "Wenn sie sagen: ,Das funktioniert ja’, gibt mir das eine Menge."
 
Denn oft hat Scharbert auch mit Widerständen der Teilnehmer zu kämpfen - beispielsweise, wenn Vorgesetzte ihre Mitarbeiter nicht über den Sinn des Trainings aufklären. "Dann brauche ich etwa eineinhalb Stunden, um den Widerstand aufzubrechen."
 
Bisher ist ihr das nur ein einziges Mal nicht gelungen. Das Trainingsgeschäft ziehe an, Teamfähigkeit sei wichtiger denn je. Auch deshalb lohne sich ihr Unternehmen finanziell. "Aber mein oberstes Ziel ist es, glücklich zu sein", sagt Scharbert.

"Ich habe eine optimale Balance zwischen Arbeit und Leben gefunden". So bleibt trotz vielfältigen Engagements unter anderem im Verein der Neusser Unternehmerinnen (NeUn) genügend Zeit für ihren Lebensgefährten, für das Singen im Chor, das Lernen von Englisch und Spanisch oder für Reisen. Und zu Ricarda Scharberts persönlichem Glück gehören auch Kanutouren. "Ich bin in Gnadental aufgewachsen. Ich brauche die Nähe zum Rhein."

Internet: www.ricarda-scharbert.de

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