Neuss Düsseldorfer Häfen investieren 70 Millionen Euro in fünf Jahren.

Geschäftsführer-Team: Rainer Schäfer (l.) und Ulrich Gross.
Geschäftsführer-Team: Rainer Schäfer (l.) und Ulrich Gross.

Geschäftsführer-Team: Rainer Schäfer (l.) und Ulrich Gross.

Geschäftsführer-Team: Rainer Schäfer (l.) und Ulrich Gross.

Neuss. Ein Rekordergebnis melden die Neuss Düsseldorfer Häfen für 2008: Und das, obwohl sich auch bei der erfolgsverwöhnten Gesellschaft im letzten Quartal die Auswirkungen der globalen Krise bemerkbar machten.

Das Ergebnis von 2007 jedenfalls wurde mit einem Güterumschlag von 16,4 Tonnen nochmals leicht getoppt. Und auch wenn sich die Geschäftsführer Ulrich Gross und Rainer Schäfer für dieses Jahr in ihrer Prognose zurückhaltend geben: Investiert wird weiter in beide Standorte.

70 Millionen Euro sind für die kommenden fünf Jahre verplant; vor allem für den Ausbau der Containerterminals.

Neusser Eisenbahn als "Wachstumstreiber"

2008 waren zwar weniger Binnenschiffe und Züge unterwegs, die Tonnage aber blieb gleich oder wurde wie beim Bahngüterumschlag noch gesteigert. Die Neusser Eisenbahn ist für Rainer Schäfer geradezu ein "Wachstumstreiber", der zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Leicht ging 2008 der Umschlag an den 30 hafeneigenen Krananlagen zurück - doch das Geschäftsführer-Duo verwies am Freitag auf die Dimensionen: Nach zweistelligen Steigerungsraten seit 2004, dem ersten Jahr der fusionierten Häfen, bewegt sich nun der Kranumschlag mit 8,6 Millionen Tonnen (-2 Prozent) nach wie vor auf sehr hohem Niveau.

Überwiegend zurückgegangen ist der Containerumschlag (Schiff: -14 Prozent, Lkw: -18 Prozent, Bahn: +6 Prozent). Schwerpunkte im Umschlag sind Nahrungs- und Futtermittel, Steine, und Metallabfälle sowie Fahrzeuge und Maschinen.

Ulrich Gross wies am Freitag dezent darauf hin, die von seinem Geschäftsführer-Kollegen und ihm zu Beginn der Fusion propagierte breite Aufstellung, damals von vielen belächelt, erweise sich jetzt wieder als das richtige Konzept. "Das breite Güterportfolio hilft, Ausfälle zu kompensieren."

Die Krise zeigt bei den Häfen ein ambivalentes Gesicht. So wie der Containerumschlag im Schiffsverkehr zurückgeht, wie ganze Ladungen von Kfz-Zulieferern für den Export in die USA weggebrochen sind, gibt es auch Zusatzgeschäfte.

Die Häfen vermieten Flächen für Zwischenlagerung ("da haben wir arrondiert und aktiviert") von Ware, die noch nicht abgerufen wird. Auch Materialien für den Kraftwerksbau in Neurath lagern im Hafen.

Schließlich setzen Schäfer und Gross auf ein nicht neues, aber wichtiger werdendes Geschäftsfeld: Nach Aufgabe des Saarbergbaus wird zunehmend Importkohle benötigt. 500000 Tonnen zusätzlich wurden 2008 im Hafen umgeschlagen.

Und eine letzte Krisen-Auswirkung: Investitionen, so Rainer Schäfer, seien in den vergangenen drei Monaten um 20 Prozent preiswerter geworden.

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