Zeitsprünge: Im frisch sanierten Keller stimmten sich die Organisatoren am Freitag auf das Stadtfest ein.

Der Keller wurde bis 1802 als Versorgungsraum des Klarissenklosters genutzt.
Der Keller wurde bis 1802 als Versorgungsraum des Klarissenklosters genutzt.

Der Keller wurde bis 1802 als Versorgungsraum des Klarissenklosters genutzt.

Uli Engers

Der Keller wurde bis 1802 als Versorgungsraum des Klarissenklosters genutzt.

Neuss. Drei Jahre Sanierungspause liegen hinter Monika und Günter Gerber. Der bröckelige Putz im Kellergewölbe des ehemaligen Klarissenklosters ist passé, die kaputten Steine sind ersetzt worden. "Für die Arbeiten mussten wir Spezialisten aus ganz Europa hinzuziehen. Es war sehr aufwändig. Aber wir wollten die historische Bausubstanz erhalten", sagt Unternehmer Günter Gerber und klopft mit dem Handrücken gegen einen der antiken Steine. Die Kosten der Sanierung: etwa 400000 Euro.

Event-Gastronomie und Vermietung an Vereine

Die Gastronomen, denen Gerber die Räume vermietet hatte, hatten Pleite gemacht. Nach ihrem Auszug bot sich ihm ein trauriges Bild. "Wir waren geschockt, wie es hier aussah", erinnert er sich. Die Räume waren voll Schimmel, von der Decke rieselte der Sand. Trotz der Pleite der letzten Mieter und "den schwierigen Zeiten für die Gastronomie", wie Gerber sagt, wagt das Ehepaar noch einen Versuch - dieses Mal mit neuem Konzept. "Der Kellerraum soll für Veranstaltungen und Themenabende gemietet werden können", sagt Gerber. "Von jungen Köchen, denen der Schritt in eine Selbstständigkeit zu riskant ist und die sich erst einmal ausprobieren wollen." Aber auch Vereine sollen im Klarissenkeller Feste feiern können.

Den Probelauf hat der Keller schon hinter sich gebracht: Am Freitag stimmten sich die Organisatoren und Helfer der Samstag und Sonntag stattfindenden "Zeitsprünge" in den blankgeputztenRäumen auf das Stadtfest ein - in angemessenem Rahmen, wie Citymanager Thomas Werz findet: "Ich wusste sofort, dass das der ideale Ort ist, um sich bei allen Beteiligten des Stadtfests für ihre Hilfe zu bedanken." Ohne die Unterstützung sei die Veranstaltung nicht zu stemmen gewesen. "Die Kreuzschule lässt beispielsweise rund 60 Komparsen in ihrer Turnhalle übernachten", sagt Werz. Auch Heidrun Riebe-Warot unterstützt das Fest. Sie stellt ihren privaten Balkon an der Krefelder Straße heute für Musiker zur Verfügung. "Ich habe mir schon ein paar Gäste eingeladen, mit denen ich vom Sofa aus zuhören kann", sagt sie und schmunzelt. Beste Sicht aus der ersten Reihe ist ihr garantiert.

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