Die Preise für Rohmilch sind im Keller. Bauer Peter Dyckers zahlt sogar noch oben drauf.

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Die aktuellen Preisen für Rohmilch decken noch nicht mal die Produktionskosten des Neusser Landwirts Peter Dyckers.

Die aktuellen Preisen für Rohmilch decken noch nicht mal die Produktionskosten des Neusser Landwirts Peter Dyckers.

Uli Engers

Die aktuellen Preisen für Rohmilch decken noch nicht mal die Produktionskosten des Neusser Landwirts Peter Dyckers.

Neuss. Wenn Landwirt Peter Dyckers (40) morgens um 6 Uhr seine Kühe in die Melkstation treibt, dann verdient er zurzeit keinen Cent dabei. Im Gegenteil: Bei Milchpreisen von rund 24 Cent pro Liter zahlt der Milchbauer sogar noch oben drauf.

"Jeder Liter Milch, den meine Kühe produzieren, kostet mich rund 30 Cent", sagt Peter Dyckers. In der Rechnung enthalten sind die Kosten für Futter, Strom, Diesel und die Instandhaltung des Stalls.

Dass der Familienbetrieb in Grefrath trotzdem nicht pleite geht, liegt daran, dass Peter Dyckers als zweites Standbein Ackerbau betreibt und seine Frau Monique Pasch (37) als Controllerin zusätzlich Geld verdient. "Mit der Milchwirtschaft alleine, könnte der Betrieb zurzeit nicht überleben", sagt der Landwirt.

Viele Milchbauern im Kreis Neuss haben schon aufgegeben

Die ständig auf niedrigem Niveau schwankenden Milchpreise haben dazu geführt, dass in in den letzten 20 Jahren immer mehr Milchbauern im Kreis Neuss ihren Betrieb aufgegeben haben.

Als Peter Dyckers 1986 in den Betrieb seines Vaters einstieg, gab es im Kreis noch rund 320 Milchviehbetriebe, heute sind es gerade mal 60. In Neuss haben sogar nur sechs Betriebe durchgehalten.

Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Neuss: "Die Preisentwicklung ist dramatisch. Die Milchwirte sind in ihrer Existenz bedroht." In der vergangenen Woche protestierten daher rund 20000 Milchbauern bundesweit gegen den Preisverfall.

Erst im Sommer 2008 hatten sie durch einen Lieferboykott erreicht, dass der Milchpreis von durchschnittlich rund 34 Cent pro Liter auf 40 Cent erhöht wurde. Aktuell zahlen einige Molkereien in Norddeutschland aber sogar nur 19 Cent.

Im Kreis Neuss sind die meisten Molkereien allerdings in Genossenschaften organisiert, die die Interessen der Erzeuger bei Preisverhandlungen mit den Lebensmitteleinzelhandel zu vertreten.

Doch der Preisdruck ist einfach zu hoch. Dyckers: "Es gibt einfach zuviel Milch auf dem Markt. Die Discounter kaufen eben da, wo sie die Milch am günstigen bekommen."

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