Integration: 33 Fragen aus einem Katalog von 310 müssen Einbürgerungswillige beantworten. In der VHS üben die Prüflinge für den Test.

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Vorbereitung auf den Test: NRW-Integrationsbeauftragter Thomas Kufen (2.v.r.) machte sich in Neuss ein Bild vor Ort.

Vorbereitung auf den Test: NRW-Integrationsbeauftragter Thomas Kufen (2.v.r.) machte sich in Neuss ein Bild vor Ort.

Uli Engers

Vorbereitung auf den Test: NRW-Integrationsbeauftragter Thomas Kufen (2.v.r.) machte sich in Neuss ein Bild vor Ort.

Neuss. Neben Kashif Khokhar aus Pakistan und Jeanette Stiels von der Elfenbeinküste sitzt Thomas Kufen. Der Essener ist NRW-Integrationsbeauftragter und was er in den Räumen der Neusser VHS erlebt, erstaunt ihn.

Mit großen Augen und fast sprachlos verfolgt er den Unterricht von Rainer Winkler, der die Anwesenden auf ihren Einbürgerungstest vorbereitet. Erst nachdem die Frage nach dem Bundesland mit den meisten Grenzen oder der Aufgabe des Bundesrates geklärt ist und die Schüler ihre Plätze verlassen, findet der Integrationsbeauftragte seine Stimme wieder. "Ich bin erstaunt, wie diszipliniert, konzentriert und wissbegierig die Teilnehmer des Kurses sind", sagt er mehrfach. Und dass, obwohl die meisten von ihnen schon länger keine Lernroutine mehr hätten, sondern mitten im Leben stünden.

"Der Test ist zwar schwer, aber wer lernt, gewinnt etwas für sich."

JeanetteStiels, Kurs-Teilnehmerin

Ingenieure, Hausfrauen, Geschäftsleute und Buchhalterinnen sind im Kurs, ebenso ein Imam, der Vorbeter einer islamischen Gemeinde. Alle 310 möglichen Fragen stehen für die Vorbereitung zur Verfügung, beantworten müssen sie im Test letztlich 33. Jeanette Stiels wiegelt ab: "Der Test ist zwar schwer, aber wer fleißig lernt, gewinnt etwas für sich." Warum sie die deutsche Staatsbürgerschaft wolle, fragt Kufen interessiert nach. Jeanette Stiels lacht: "Ich bin eigentlich schon seit vielen Jahren Deutsche, mir fehlt nur der Pass." Seit sie 1999 von den Coté d’Ivoire nach Deutschland kam, sei sie dort nur noch "die Deutsche", zumal sie mittlerweile auch mit einem Deutschen verheiratet ist.

Auch Kashif Khokhar wohnt seit zehn Jahren in Deutschland. In fast flüssigem Deutsch erzählt er, warum er einen deutschen Pass möchte und dafür den Integrationskurs besucht. "Ich habe in Mönchengladbach studiert und werde ab April als Bekleidungstechniker arbeiten", berichtet er.

Teilnehmer müssen wissen, wie der Staat funktioniert

"Es ist mein großes Ziel, die Teilnehmer nicht nur das Wissen zu vermitteln, das sie für den Test brauchen, sondern wichtig ist es auch, den Leuten zu vermitteln, wie der Staat funktioniert, damit sie die Strukturen verstehen und wissen, wo sie leben", sagt Kursleiter Rainer Winkler.

Berufliche oder familiäre Gründe sind es oft, die die Menschen mit ausländischem Pass dazu bewegten, sich um die deutsche Staatsbürgerschaft zu bemühen. Das sei nicht billig, betont Kufen. Entgegen der Meinung einiger Leute, den deutschen Pass gebe es für Ausländer auf dem "Krabbeltisch", koste er rund 500 Euro inklusive aller Gebühren, nötigen Kurse und Test sowie der beglaubigten Urkunden und Papiere aus der Heimat.

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