Anders als bei einem Film, in dem die Musik nur als Untermalung vorkommt, oder bei einem Videoclip, bei dem der Eindruck der Musik durch Bilder verstärkt werden soll, sind bei Visual Music Bild und Ton eine Einheit.

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Patrick Arnold arbeitet an seinem Laptop.

Patrick Arnold arbeitet an seinem Laptop.

privat

Patrick Arnold arbeitet an seinem Laptop.

Neuss. Am Anfang sieht man auf dem Monitor nur einen weißen Punkt vor einem schwarzen Hintergrund. Aus dem Lautsprecher tönt das fast schon vergessen geglaubte Rauschen eines Plattenspielers. Dann setzt der Beat ein. Der weiße Punkt flimmert. Auf einer gedachten Linie kommen weitere weiße Punkte dazu, die im Takt der Musik sichtbar werden und wieder verschwinden.

Das ist der Beginn von Patrick Arnolds Kurzfilm "white point", für den er vor kurzem mit dem "Visual Music Award 2010" ausgezeichnet wurde. Für ihn kam der Sieg überraschend. Er hat an dem internationalen Nachwuchswettbewerb zum ersten Mal teilgenommen und ist mit seinen 20 Jahren mit Abstand der jüngste Preisträger.

"Visual Music ist eine relativ neue Kunstform, die es so erst seit ein paar Jahren gibt" erläutert der gebürtige Neusser. Anders als bei einem Film, in dem die Musik nur als Untermalung vorkommt, oder bei einem Videoclip, bei dem der Eindruck der Musik durch Bilder verstärkt werden soll, sind bei Visual Music Bild und Ton eine Einheit.

"Deshalb sind bei dem Award viele als Team aufgetreten, einer war für das Bild, der andere für den Ton verantwortlich." Patrick Arnold hat alles allein gemacht. "Es bringt schon gewisse Vorteile, wenn man sich wie ich für Programmiersprachen interessiert."

Zugang zur Musik in der Big Band am Curie-Gymnasium gefunden

Den Zugang zur Musik fand Arnold, der mit acht Jahren Keyboard und Klavier gespielt hat, durch das Marie-Curie Gymnasium. Dort wurde er in die Big Band aufgenommen. "Das Coole am Jazz ist, dass man immer wieder neu gefordert wird", erzählt der 20-Jährige strahlend - und spätestens jetzt wird klar, dass Musik für ihn nicht nur ein Hobby ist.

"White Point" ist eine Arbeit, die Arnold im Rahmen der studienvorbereitenden Ausbildung an der Neusser Musikschule für seine Zwischenprüfung gemacht hat. Dort wird er von Georg Corman am Klavier und von Andreas Kolinski im Bereich Ton- und Bildgestaltung unterrichtet.

Kolinski war es auch, der Arnold als 15-Jährigem die Chance gab, mit ihm zusammen das Sounddesign für die Theaterproduktion Tristan und Isolde, die in der Alten Post aufgeführt wurde, mitzuentwickeln. Weitere Projekte folgten.

Sein nächstes Ziel ist es, am Institut für Musik und Medien in Düsseldorf Mediengestaltung zu studieren. "Ende März ist Bewerbungsfrist" sagt er. Wegen der großen und starken Konkurrenz an seinem Hauptinstrument Klavier ist sich Arnold jedoch nicht sicher, ob er überhaupt aufgenommen wird. "Vorsichtshalber habe ich mich auch in Köln, Essen und Enschede um einen Platz beworben."

In seiner freien Zeit betreibt Patrick Arnold noch andere Projekte. Zusammen mit einem befreundeten Bassisten und einem Schlagzeuger bildet er unter anderem das vor zwei Jahren gegründete Patrick-Arnold-Trio. Das "PatJazz", wie sich das Trio kurz nennt, konnte mit seinem Repertoire, das Stücke von Oskar Peterson bis hin zu Michel Camilo aber auch eigene Stücke umfasst, schon einige Erfolge feiern.

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