Ein 42-jähriger Oberleutnant aus Weckhoven soll im April einen 15-Jährigen sexuell missbraucht haben.

Neuss. Ein 42-jähriger Mann aus Neuss muss sich ab dem 19. November wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung vor dem Jugendschöffengericht in Neuss verantworten. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Oberleutnant des Bürgerschützenvereins Neuss-Weckhoven erhoben.

Der Vorwurf: In der Nacht vom 18. auf den 19. April soll der Angeklagte als Betreuer eines Jungschützenzugs einen damals 15-jährigen Jungen zuerst mit reichlich Alkohol betäubt und dann sexuell missbraucht haben. Im Zuge der Tat sei der heute 16-jährige Jugendliche vom Angeklagten verletzt worden, teilte Johannes Mocken, Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, mit.

Der Angeklagte verweigert bisher jede Aussage

Der Junge war nach der Tat zur Polizei gegangen und hatte Anzeige erstattet. Der Angeklagte wurde vernommen, verweigerte jedoch die Aussage. "Der Angeklagte hat sich in seiner Wohnung öfter mit den Jugendlichen zu so genannten Zockerabenden getroffen", berichtet Mocken.

Der Neusser muss im Fall einer Verurteilung mit einer Gefängnisstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren rechnen. So weit reicht die Spannbreite bei sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen. Der Bürgerschützenverein Weckhoven hat erste Konsequenzen gezogen: Auf Initiative seines Bruders wurde der Angeklagte vom Verein suspendiert.

Trotz der Schwere des Vorwurfs rechnet man in der Justiz nicht mit einem langwierigen Verfahren: Das Amtsgericht Neuss hat nur einen Verhandlungstag angesetzt.

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