Nach 11 Uhr haben Patienten keine Chance, mit dem Taxi zu den Ärzten im Hauptstraßenzug zu kommen. Das ärgert viele.

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Nach 11 Uhr darf Paul Rulf, Taxiunternehmer und Chef der Taxizentrale Neuss, keine Patienten mehr in den Hauptstraßenzug oder zum Ärztehaus in der Krämerstraße fahren.

Nach 11 Uhr darf Paul Rulf, Taxiunternehmer und Chef der Taxizentrale Neuss, keine Patienten mehr in den Hauptstraßenzug oder zum Ärztehaus in der Krämerstraße fahren.

Uli Engers

Nach 11 Uhr darf Paul Rulf, Taxiunternehmer und Chef der Taxizentrale Neuss, keine Patienten mehr in den Hauptstraßenzug oder zum Ärztehaus in der Krämerstraße fahren.

Neuss. Die Neusser Taxizentrale fordert von der Politik, dass sie rund um die Uhr mit ihren Droschken in den Hauptstraßenzug einfahren dürfen. Die Fahrer sehen sich momentan benachteiligt.

Wer mit einem Taxi zu einem Arzt in den Hauptstraßenzug, die Fußgängerzone in der Neusser Innenstadt, gefahren werden will, muss das vor 11 Uhr machen. "Denn nur dann dürfen wir einen Fahrgast auch dort hinbringen", sagt Paul Rulf, Chef der Taxizentrale. Der 60-Jährige kritisiert, dass die 82 Taxen in Neuss genauso behandelt werden wie Lieferverkehr.

"Wenn i-ch einen gehbehinderten Patienten zu einem Arzt bringe, liefere ich doch nichts ab", ärgert er sich über die Regelung.

"Wir gehören vom Gesetz zum öffentlichen Personen-Nahverkehr - wie die Straßenbahnlinie 709. Daher wünschen wir uns eine Gleichbehandlung von der Politik und die Öffnung des Hauptstraßenzugs für uns", so Rulf. Er hofft, dass dieser "Unsinn jetzt ein Ende" hat.

Unterstützung bekommt er vom Internisten Dr.Theo Schillings, der seine Praxis an der Niederstraße hat: "Es ist Patienten, die nicht gehen können, nicht zuzumuten, dass man sie 100 Meter vor der Praxis aus dem Auto schicken muss", sagt er.

Vor dem Beginn der Bauarbeiten im Hauptstraßenzug hatte er ein Gespräch mit der Stadtverwaltung wegen der "mehr als unglücklichen Regelung" wie er sagt - ohne durchschlagenden Erfolg.

Bei der Taxizentrale hat man sich dazu schon viele Gedanken gemacht. Etwa, wenn es um das Thema Sicherheit geht. "Wir schlagen einen Pilotversuch vor. Vielleicht über sechs Wochen", sagt Taxi-Chef Paul Rulf. In dieser Zeit, so bietet er an, könne man Messanlagen aufbauen, die anzeigen, wie schnell man gerade fährt. Eine Anlage, wie sie immer wieder an Stellen montiert wird, an denen der Raser unterwegs sind.

"Diese Anlagen speichern die Uhrzeit und die Geschwindigkeit jedes Fahrzeugs. So könnte man anonymisiert feststellen, ob wir uns daran halten, nur Schrittgeschwindigkeit zu fahren", sagt Rulf. "Ein Sicherheitsrisiko können wir so ausschließen", meint er und verweist auf Aachen und Trier. Dort fahren Busse zeitweilig mitten durch die Fußgängerzone.

Für die Stadt sind Taxen in der Fußgängerzone "zu gefährlich"

Für die Stadtverwaltung ist eine Ausnahmeregelung, wonach Taxen, die Patienten zu Ärzten bringen, "zu gefährlich", sagt Pressesprecher Michael Kloppenburg. Taxi-Chef Rulf wundert sich darüber: "Vor 11 Uhr sind dort doch auch schon Menschen unterwegs."

Beide Argumente lässt Rulf nicht gelten. "Gefährlicher als eine tonnenschwere Bahn, die nicht ausweichen kann, ist ein Taxi mit Schrittgeschwindigkeit sicher nicht."

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