Cornel Hüsch findet deutliche Worte zum Missbrauch.

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Cornel Hüsch steht an der Spitze des Katholikenrates im Rhein-Kreis Neuss und spricht damit für über 180.000 Christen.

Cornel Hüsch steht an der Spitze des Katholikenrates im Rhein-Kreis Neuss und spricht damit für über 180.000 Christen.

M.I.

Cornel Hüsch steht an der Spitze des Katholikenrates im Rhein-Kreis Neuss und spricht damit für über 180.000 Christen.

Neuss. Das Amt des Vorsitzenden bekleidet er, gerade wiedergewählt, weil "katholische Kirche eine frohe Botschaft hat und ich glaube, dass alle getauften und gefirmten Christen an deren Verkündigung teilhaben sollten".

Cornel Hüsch steht an der Spitze des Katholikenrates im Rhein-Kreis Neuss und spricht damit für 183.000 Christen. "Laien sollten ihre Stimmen erheben", sagt der Rechtsanwalt aus Neuss. Das tut er selbst, und er tut es auch jetzt, in schweren Zeiten.

Um das Thema Missbrauch mag er sich nicht herumdrücken. Hüsch findet deutliche Worte: "Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein Verbrechen. Wer eine solch schwere Schuld auf sich geladen hat, muss gehen. Auch, wenn er Priester ist."

Immer wieder wird er in diesen Tagen auf das Thema angesprochen. Er registriere eine große Verunsicherung, Entsetzen und Enttäuschung, sagt der Laienvertreter. Nach den Osterferien wird der Katholikenrat unter anderem mit dem Caritasverband das Thema in einer Veranstaltung vor allem für Pfarrgemeinderatsmitglieder diskutieren. "Die Koordinaten müssen geändert werden", betont der Vorsitzende des Katholikenrates. "Der Schutz des Amtsträgers darf nicht vor dem Schutz der Opfer stehen."

Hüsch setzt auf einen offenen Dialog. Warum der bisher nicht möglich war? "Ich glaube, dass die Sorge vor manchen Antworten die Fragen verboten hat", erklärt er sich das jahrzehntelange Schweigen. Nicht wenige katholische Christen warten in diesen Tagen auf eine Erklärung des Papstes zu den Vorkommnissen in Deutschland.

So hatte zum Beispiel der Vorstand von "Wir sind Kirche" beklagt, dass Benedikt XVI. beim Angelusgebet am Sonntag "nicht einmal ein kleines Wort des Mitgefühls" geäußert habe. Cornel Hüsch verweist auf eine frühere Erklärung. "Der Heilige Vater hat klar und eindeutig von einem abscheulichen Verbrechen gesprochen. Da gab es nicht den geringsten Beschwichtigungsversuch", erklärt er. Es müssten zunächst die deutschen Ortsbischöfe Klärung schaffen.

Zudem sei der Missbrauchsskandal kein spezifisch kirchliches und kein spezifisch deutsches Problem. Eines steht für den Vorsitzenden des Katholikenrates allerdings fest. Von seiner Kirche, die zu Recht für sich hohe, auch moralische, Maßstäbe setze, erwartet er klare Aufarbeitung. "Und für mich stehen dabei eindeutig die Opfer im Vordergrund."

Dass die katholische Kirche derzeit eine Krise erlebt, mag Cornel Hüsch nicht von sich weisen. Er sagt es differenziert: "Es gibt derzeit Glaubwürdigkeitsfragen, die krisenhafte Züge zeigen."

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