Die DJK Novesia darf im Stadion bleiben. Die Politik lenkt im Verfahren ein.

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Der Ball soll auch künftig im Jahnstadion rollen. Dann allerdings auf Kunstrasen.

Der Ball soll auch künftig im Jahnstadion rollen. Dann allerdings auf Kunstrasen.

Uli Engers

Der Ball soll auch künftig im Jahnstadion rollen. Dann allerdings auf Kunstrasen.

Neuss. Wie geht es weiter im Jahnstadion? Nachdem sich vor der dritten Runde im Werkstattverfahren vergangene Woche die Fronten verhärtet hatten, zeigt sich nun ein Fortschritt: Der "Haus- und Hof-Verein" DJKNovesia kann wohl im traditionellen Rund bleiben - und daneben ist ein TG-Zentrum möglich.

Damit hat das Werkstattverfahren zumindest in einem Punkt eine für den Neusser Sportamtsleiter Friedrich Thissen überraschende politische Wendung genommen. Schließlich gebe es einen Ratsbeschluss, nach dem der Fußballsport aus dem Jahnstadion im Fußballzentrum Stadtwald am Konrad-Adenauer-Ring untergebracht werden soll. Eigentlich sei dieser Beschluss auch bindend, da das Werkstattverfahren den politischen Gremien nur zuarbeite, doch hätten "Politiker aller Couleur" ihr Einverständnis für den Verbleib der DJK signalisiert.

Im Vorfeld hatte bereits der FSV Vatan sein Interesse an dem Standort Stadtwald dadurch untermauert, dass der Verein erst gar nicht an dem Werkstattverfahren teilnehmen wollte. Und laut Thissen sei auch FSG Theo dem Umzug nicht abgeneigt.

Anders die DJK Novesia: "Wir wollen im Jahnstadion bleiben", hatten die Verantwortlichen in einem Brief an das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS), den Betreibern des Werkstattverfahrens, gefordert. Die Vorstellungen und Wünsche seien in den ersten beiden Veranstaltungen "meistens überhört oder als nicht ins Konzept passend abgetan" worden.

Ausreichend Kapazität für bis zu 22 Mannschaften

Die DJK Novesia ist mit 17gemeldeten Mannschaften einer der größten Fußballvereine der Stadt. "Mit einem Platz wären sie an die absolute Kapazitätsgrenze gekommen", hat Sportamtsleiter Thissen dem 1.Vorsitzende Uwe Bünzel während der Sitzung vorgerechnet. Künftig soll der Trainings- und Spielbetrieb deshalb auf anderthalb Kunstrasenplätzen stattfinden. Auch der Entwicklungsbedarf für weitere Teams sei dabei berücksichtigt.

"20 bis 22Mannschaften - das ist kein Problem", meint Thissen und verweist auf die jüngeren Fußballer mit Siebener-Mannschaften, die den Platz auch quer nutzen könnten. Nicht ausreichend seien die Kapazitäten, wenn plötzlich weitere acht Mannschaften auf dem Platz stehen würden und eine in die Verbandsliga aufsteige. Auch der DJK-Vorsitzende Bünzel habe der Variante mit 1,5 Plätzen zugestimmt, so Thissen.

Die Neusser Grünen sehen die Entwicklungschancen des Vereins jedoch als nicht ausreichend berücksichtigt an. "Es kann nicht sein, dass der florierende Fußballverein DJK Novesia Einschränkungen bei seinem Flächenbedarf machen soll, während die Flächen der beiden Tennisvereine, bei denen klar ist, dass deren Bedarf rückläufig ist, unangetastet bleiben soll", so die Stadtverordnete Ingeborg Arndt.

"Der Verein benötigt mindestens zwei Großfelder." Die DJK könne aus dem Stand bis zu drei Frauenteams auf die Beine stellen und weitere Seniorenmannschaften. Eine exakte Auslastungs- und Bedarfsanalyse solle deshalb für die nächsten Gespräche auf den Tisch gelegt werden.

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