Die Initiative besteht seit zehn Jahren. Jetzt startet sie ein neues Projekt und holt Unternehmen ins Boot.

Schon eine Stunde Vorlesen entlastet berufstätige Eltern und macht sogar Spaß.
Schon eine Stunde Vorlesen entlastet berufstätige Eltern und macht sogar Spaß.

Schon eine Stunde Vorlesen entlastet berufstätige Eltern und macht sogar Spaß.

Archiv

Schon eine Stunde Vorlesen entlastet berufstätige Eltern und macht sogar Spaß.

Neuss. "Ein Fest kostet Geld, wir feiern lieber in Form eines neuen Projekts", erklärt Monika Born-Möbius, Koordinatorin der Freiwilligenzentrale Neuss-Kaarst. Die von der Diakonie und der Caritas getragene Einrichtung wird diesen Monat zehn Jahre alt.

Ehrenamtler können aus 350Angeboten wählen

Die Zentrale am Meererhof vermittelt Menschen, die sich engagieren wollen, an soziale oder kulturelle Einrichtungen. "Wir schaffen den Überblick im Dschungel der ehrenamtlichen Arbeit", so die Koordinatorin. 180 Ehrenamtler könnten mittlerweile aus 350 Angeboten in knapp 100 Einrichtungen wählen.

Obwohl immer mehr Menschen freiwillig mitarbeiten, sei vielen die Vielfalt des Engagements nicht bewusst. Das Spektrum reiche von Besuchen im Altenheim über Spazierengehen mit Hunden bis hin zu Umwelt und Naturschutz, sagt Monika Born-Möbius.

"Wir wollen mehr Menschen die Augen öffnen und die Angst nehmen." Schon eine Stunde in der Woche Bedürftigen Geschichten vorzulesen, sei Ehrenamt. "Bei uns kann jeder etwas", ist sich Born-Möbius sicher.

So richtet sich das Jubiläums-Projekt der Zentrale nun ausschließlich an die arbeitende Bevölkerung: "Wir haben 50 Unternehmen in Neuss und Kaarst Vorschläge für ehrenamtliche Projekte gemacht." Das Resultat: 13 Firmen und Initiativen haben bereits zugesagt, 23 Projektideen von Seiten der Einrichtungen sind entstanden.

Im August startete die Initiative. 20 Auszubildende der Rheinlandversicherung besuchten mit Rollstuhlfahrern den Kinderbauernhof, gestalteten den Kinderclub-Nachmittag der Diakonie oder renovierten ein Wohnhaus für behinderte Erwachsene sowie eines für behinderte Kinder der Lebenshilfe.

Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr festgelegt

Geplant sind unter anderem ein Kochnachmittag in einem Wohnhaus für Behinderte der Lebenshilfe mit Mitarbeitern des Logistikunternehmens UPS. Die Bäckerei Puppe lädt eine Gruppe behinderter Kinder des Kindergartens "Abenteuerland" in ihre Backstube ein.

Auf ein Jahr ist das Projekt begrenzt. "Je nachdem, wie es sich entwickelt, kann es eine feste Institution werden", sagt Norbert Kallen vom Caritas-Verband.

Er ist sicher, dass das Projekt erfolgreich wird: "Denn auch die Unternehmen haben etwas davon." Neben der Imagewerbung würde die Teamarbeit gefördert, das Arbeitsklima verbessert. "Gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, gibt ein gutes Gefühl."

Pensionär Dieter Michel ist bereits seit drei Jahren ehrenamtlich bei der Freiwilligenzentrale beschäftigt: "Es macht Spaß zu sehen, wie eine Stunde Einsatz anderen Menschen Freude bereitet."

Unternehmen, die sich mit ihren Mitarbeitern engagieren wollen, können sich bei der Freiwilligenzentrale, Meererhof  L 30, melden. Sie ist dienstags und mittwochs von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags von 18 bis 20 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr. Jeden zweiten Mittwoch im Monat gibt es von 10 bis 12 Uhr eine Sprechstunde im Rathaus Kaarst.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer