Aluminiumhersteller braucht günstigen Strompreis.

Neuss. Viele Gespräche werden um die Zukunft von Hydro Aluminium in Neuss geführt. Wie berichtet, sieht das Unternehmen wegen der hohen Strompreise 650 Stellen in Gefahr. "Das Rheinwerk von Hydro ist nicht unser Kunde", stellte Annett Urbaczka von der RWE-Konzernpressestelle am Dienstag klar. Aber es werde verhandelt. Für RWE gelte: "Wir würden gern helfen, und wir wollen, dass es Lösungen für den Standort Deutschland gibt." Die Grenzen aber setzten dennoch die Marktbedingungen, heißt es aus der Konzernzentrale. Hier hat man in einem anderen Fall einen ungewöhnlichen Vertrag geschlossen: Für die Trimet Aluminium AG (Essen), die in Hamburg eine Aluhütte betreibt, liefert RWE den Strom zu Preisen, die an den Aluminiumpreis gekoppelt sind. Und der ist derzeit, wie auch Hydro jetzt betonte, tief in den Keller gerauscht.

Überraschung vielleicht nicht nur am Rande: Hydro besitzt 17 Wasserkraftwerke in Norwegen und ist damit zweitgrößter Stromproduzent in dem Land. WZ-Leser Claus Schäfer: "Teile des damit billigst produzierten Stroms finden über den skandinavischen Stromverbund Nordel ihren Weg ins europäische Verbundnetz UCTE. Warum bezieht Hydro in Neuss nicht seinen eigenen Strom?" Diese Rechnung sei falsch, erklärt Firmensprecher Michael Peter Steffen. "In den Kraftwerken erzeugen wir deutlich weniger, als wir an Strom in Norwegen benötigen. Wir müssen dort schon zukaufen."

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