Strompreise: SPD schlägt ein Rettungspaket vor.

Neuss. Das Rheinwerk von Hydro Aluminium ist nach wie vor akut von der Schließung bedroht. "Wir brauchen dringend eine enge Kooperation mit der Politik und der Stromwirtschaft, um den Besonderheiten der energieintensiven Industrie so gerecht zu werden, wie es in Italien, Frankreich und Spanien längst die Regel ist", sagte gestern Hydro-Geschäftsführerin Irmtraud Pawlik.

Es sei zu begrüßen, dass das Bundeswirtschaftsministerium "diese Diskriminierung der deutschen Hütten" kurzfristig beenden wolle. "Bisher zahlen wir an die Stromversorger pro Jahr mehr als 30 Millionen Euro allein für die indirekten CO2-Preisanteile, und das stößt unsere Hütte in der akuten Krise vollends ins Minus", so Pawlik. Derzeit verhandeln Hydro und RWE über einen neuen Vertrag.

Der Konzern will am 19.Februar seine Geschäftszahlen veröffentlichen.

SPD-Landratskandidat Rainer Thiel trifft sich heute in Berlin mit dem Bundestagsabgeordneten Kurt Bodewig und bemüht sich um einen Termin mit Finanzminister Peer Steinbrück und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier. Thema ist ein Rettungspaket, das die Sozialdemokraten vorschlagen. Gefordert wird die schnelle Entscheidung über einen Stromvertrag mit RWE, der sich in der Preisgestaltung am Aluminiumpreis orientiert.

Für Industriebetriebe soll ein spezieller Tarif eingeführt werden. Außerdem fordert die SPD die Prüfung, ob das Konjunkturpaket II für eine Überbrückungshilfe an Hydro zu nutzen ist. Um von Entscheidungen des Mutterkonzerns in Norwegen nicht überrascht zu werden, regt die SPD Gespräche mit der norwegischen Regierung an.

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