Wie die rund 500 betroffenen Beschäftigten die Krise im Rheinwerk überstehen sollen, ist bislang nicht geklärt.

Spätestens Ende April soll die Produktion von Aluminium im Rheinwerk bei Hydro eingestellt sein.
Spätestens Ende April soll die Produktion von Aluminium im Rheinwerk bei Hydro eingestellt sein.

Spätestens Ende April soll die Produktion von Aluminium im Rheinwerk bei Hydro eingestellt sein.

dpa

Spätestens Ende April soll die Produktion von Aluminium im Rheinwerk bei Hydro eingestellt sein.

Neuss. Während am Mittwoch der norwegische Konzernvorstand von Hydro Aluminium in seiner Jahresbilanz wiederholt hat, die Elektrolyse des Rheinwerks "zeitweise stillzulegen", verhandelt der Betriebsrat des Unternehmens in Stüttgen weiterhin über die Modalitäten dieses Eingriffs für die etwa 500 betroffenen Beschäftigten.

"Wir sind weiter in den Gesprächen über Kurzarbeit", erklärte gestern Betriebsrat Günther Appelstiel. Ein Ergebnis liege auch zum zweiten Treffen mit der Firmenspitze nicht vor.

Laut Appelstiel wird die vollständige Produktion entgegen anderslautender Meldungen nicht sofort, sondern schrittweise heruntergefahren. "Das wird bis Ende April dauern, bis wir auf Null sind." Auch Firmensprecher Michael Peter Steffen erklärte gestern gegenüber der WZ, dass sich am Ablauf der Stilllegung nichts geändert habe.

Betroffen sind dann etwa 500 Mitarbeiter aus der Elektrolyse, der Herstellung von neuem Aluminium. 145 Mitarbeiter aus der Gießerei arbeiteten weiter, um die benachbarten Walzwerke zu bedienen.

Die norwegische Konzernspitze hatte die schrittweise Stilllegung Anfang Februar gefordert, der Aufsichtsrat von Hydro Deutschland war dem am 11. Februar gefolgt. In dem englischsprachigen Jahresbericht heißt es zum Neusser Werk wörtlich: "Electrlysis production at our Neusser smelter in Germany (...) will be temporarily shut down."

Viele Mitarbeiter des Werks haben während einer Demonstration am 9. Februar Befürchtungen geäußert, dass es sich nicht um eine "zeitweise Stilllegung" handelt, sondern um eine endgültige.

Der Aufsichtsrat hatte seine Entscheidung davon abhängig gemacht, ob sich "die relevanten Rahmenbedingungen fundamental verbessern". Wegen hoher Strom- und sinkender Aluminiumpreis entsteht laut Hydro derzeit ein täglicher Verlust in Höhe von 300.000 Euro.

Verhandlungen über Strompreis ist bislang ohne Ergebnis

Verhandlungen über subventionierte Strompreise durch die Politik oder einen Sondertarif mit RWE haben bislang offenbar nicht zu einem Ergebnis geführt. RWE-Sprecherin Annett Urbaczka bestätigte am Mittwoch, dass es Gespräche mit Hydro gegeben, der Stromkonzern dabei aber "politische Preise" ausgeschlossen habe. Dennoch habe das NRW-Wirtschaftsministerium dem RWE nach dem Ende der Gespräche bescheinigt, Hydro "konstruktive Angebote" gemacht zu haben.

Das Unternehmen ist nun weiter in der Stromwirtschaft auf der Suche nach einem günstigeren Tarif, RWE sei dabei weiterhin ein attraktiver Partner. Auch laufen laut Hydro-Pressestelle Gespräche mit der Politik über eine Kostenentlastung für das energieintensive Unternehmen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer