Sechs Veranstaltungen zu Ursache und Therapie von Rhythmusstörungen.

Arzt bei der Durchführung eines Belastungs-EKG.
Arzt bei der Durchführung eines Belastungs-EKG.

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Arzt bei der Durchführung eines Belastungs-EKG.

Rhein-Kreis Neuss. Zwischen 160 und 180 Mal in der Minute schlägt das Herz bei körperlicher oder seelischer Belastung, im ruhenden Zustand werden 60 bis 90 Herzschläge produziert. Das ist ganz normal. Doch wenn der Puls plötzlich von der normalen auf eine sehr hohe Frequenz umspringt, kann das ein Zeichen für Herzrhythmusstörungen sein.

Die Zahl der von Vorhofflimmern, der häufigsten Form der Herzrhythmusstörung, Betroffenen wird auf etwa eine Million geschätzt. Aus diesem Grund hat sich die Deutsche Herzstiftung den Ursachen und Symptomen sowie der Behandlung dieser Erkrankung angenommen.

"Wenn das Herz aus dem Takt kommt: Herzrhythmusstörungen" heißt in diesem Jahr die bundesweite Infokampagne. Der Rhein-Kreis Neuss beteiligt sich mit sechs Veranstaltungen.

Verengte Kranzgefäße, Herzschwäche und Rhythmusstörungen treten häufiger auf, wenn Stress und Belastungen hoch sind. Doch nicht bei jedem Menschen ist das Holpern des Herzens ein Grund zur Sorge, sagt Professor Michael Haude, Chefarzt im Lukaskrankenhaus. "Fast jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens Unregelmäßigkeiten des Herzschlags", sagt der Kardiologe.

"Viele bemerken die kleinen Aussetzer gar nicht. Gefährlich wird es erst, wenn die Störungen den Rhythmus so durcheinanderbringen, dass nicht mehr alle Organe ausreichend mit Blut versorgt werden."

Ein EKG macht schon kleine Unregelmäßigkeiten sichtbar

"Spätestens, wenn man häufigen Schwindel verspürt oder ohnmächtig wird, gilt es, das beim Arzt abzuklären", sagt Haude. Eine EKG-Untersuchung oder Chipkarten, die einfach auf den Brustkorb aufgelegt werden, helfen, die Störung frühzeitig zu erkennen.

Behandlungsbedürftig sind Herzrhythmusstörungen, wenn sie den Patienten erheblich belasten oder die Gefahr eines plötzlichen Herztodes mit sich bringen. Beim Vorhofflimmern etwa können sich Blutgerinnsel bilden, die in die Hirngefäße gelangen und einen Schlaganfall auslösen können.

Bei der medikamentösen Behandlung werden den Herzrhythmus regulierende Medikamente oder blutgerinnungshemmende beziehungsweise Blut verdünnende Mittel wie Aspirin und Marcumar verordnet.

"Eine wichtige Begleittherapie", sagt Haude. Und schließlich kann ein implantierter Defibrillator oder Schrittmacher Schutz vor lebensbedrohlichen Rhythmusunregelmäßigkeiten geben.

"Die Elektrotherapie wird immer kleiner und intelligenter", sagt der Chef-Kardiologe und spricht von einer "elektrischen Lebensversicherung".

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