Seine Band, kurz und knackig "Die Drops" genannt, begleitet Schneider an diesem Abend nicht nur musikalisch, sondern verleitet ihn auch zu absurden Witzeleien.

Auch Klassiker wie „Fitze Fitze Fatze“ durften in der Stadthalle nicht fehlen.
Auch Klassiker wie „Fitze Fitze Fatze“ durften in der Stadthalle nicht fehlen.

Auch Klassiker wie „Fitze Fitze Fatze“ durften in der Stadthalle nicht fehlen.

Auch Klassiker wie „Fitze Fitze Fatze“ durften in der Stadthalle nicht fehlen.

Neuss. Er tut so, als hätte er kein Konzept. Aber gerade das ist das Konzept von Helge Schneider, der selbst ernannten "singenden Herrentorte". Zwischen Genie und Wahnsinn, zwischen Konzertvortrag und Nonsens singt, musiziert und tanzt der Improvisationskünstler aus Mülheim an der Ruhr. Und das Generationen übergreifende Publikum liegt ihm dabei belustigt zu Füßen.

"Komm hier haste ’ne Mark" hat der 54-jährige Comedian das Programm seiner aktuellen Show überschrieben, mit der er am Freitag Station in der ausverkauften Neusser Stadthalle machte. Im grauen Anzug watschelte, stakste, stapfte, schlurfte Schneider auf der Bühne herum - mal "ein bisschen verfranst", mal schräge Geräusche von sich gebend, mal Sinnfreies erzählend.

Gleich zu Beginn ließ er sich von seinem Diener Bodo einen "leckeren Holztee" reichen - ein Prozedere, das sich im Laufe des Abends ein Dutzend Mal wiederholte. Kaum am Klavier Platz genommen, machte Schneider ulkige Verrenkungen, zieht Grimassen und intoniert mit Gitarrist Sandro Giampietro "I want to be happy".

Schneider überzeugt als versierter Multi-Instrumentalist

Seine Band, kurz und knackig "Die Drops" genannt, begleitet Schneider an diesem Abend nicht nur musikalisch, sondern verleitet ihn auch zu absurden Witzeleien. Mit Schlagzeuger-Legende Pete York lässt er sich auf eine plumpe Konservation in schlechtem Englisch ein, um ihn als Rhythmusgeber für einen langsamen Blues zu gebrauchen.

Der weißhaarige Kontrabassist Rudolf Olbrich darf sich sogar Anspielungen als grausamer Gaultier-Greis gefallen lassen. Dafür hat er sich - wie die über 1100 Fans im Saal - freiwillig auf den Sprachklamauk Helge Schneiders eingelassen.

Und wo alles ad absurdum geführt wird, Slapstickeinlagen und Gags entweder für Kopfschütteln oder laute Lacher sorgen, da überzeugt Helge Schneider zudem noch als versierter Multi-Instrumentalist.

Ob bei Blockflöte, Gitarre, Saxophon oder Vibraphon - Klassiker wie "Fitze Fitze Fatze" oder "Gefunkt" erleben bei ihm und seiner Sechs-Mann-Combo eine gelungene Neuinterpretation. Erlaubt ist, was unterhält. Schließlich hat Schneider den Status eines deutschen Star-Komikers erreicht. Mit der Zugabe, dem Lied vom "Meisenmann" und einer weiteren Tanzeinlage des zotteligen Sergej Gleithman, endete die Show.

Zum Schluss gibt es Applaus vom Publikum - die einen hatten sich über puren Blödsinn amüsiert, die anderen staunten über so viel Improvisationsgeist.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer