Die Gemeinnützigen Werkstätten wollen die hohen Kosten stark reduzieren.

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GWN-Mitarbeiter Matthias Jäger an einer Fräse in der Betriebsstätte Am Krausenbaum. Der Strom kommt aus dem Kraftwerk im Keller.

GWN-Mitarbeiter Matthias Jäger an einer Fräse in der Betriebsstätte Am Krausenbaum. Der Strom kommt aus dem Kraftwerk im Keller.

Engers

GWN-Mitarbeiter Matthias Jäger an einer Fräse in der Betriebsstätte Am Krausenbaum. Der Strom kommt aus dem Kraftwerk im Keller.

Neuss. Die hohen Energiekosten der vergangenen Jahre haben Firmen und Haushalte zum Umdenken gezwungen. Ob Großkonzern oder Privatperson: Fast jeder überlegt auch nach der vermeintlichen Erholung auf dem Ölmarkt in den vergangenen Monaten, wie er Kosten für den Betrieb von Maschinen, Haushaltsgeräten und die Heizung einsparen kann.

Auch die Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) haben gehandelt: "Wir müssen wie jedes andere Unternehmen auch mit den Energiekosten wirtschaften", erklärt Christoph Schnitzler, Geschäftsführer der GWN.

Eine Kostenanalyse der Verbräuche in den vergangenen Jahren ergab ein dramatisches Missverhältnis: Von 2004 bis 2008 konnten die GWN die Verbräuche zwar um 30 Prozent unter anderem durch Energiesparlampen und Wärmedämmung reduzieren, die Kosten explodierten im selben Zeitraum allerdings um 60 Prozent. "Wir wollten uns deshalb von den Kosten, die uns am Markt aufdiktiert werden, unabhängig machen." Im Fokus insbesondere: die Wärmeerzeugung.

"Wir wollen uns von den Energiekosten, die uns aufdiktiert werden, unabhängig machen."

(Christoph Schnitzler GWN-Geschäftsführer)

In der Betriebsstätte der GWN Am Krausenbaum, wo von etwa 150 behinderte Menschen in der Elektroabteilung beispielsweise Leuchten und in der mechanischen Abteilung verschiedene Metalle gefräst, gesägt und gelocht werden, ist deshalb am Mittwoch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) im Keller eingeweiht worden. Ein Aggregat also, das bei der Erzeugung von Wärme durch Gas per Generator den Strom als Nebenprodukt liefert.

Das BHKW im Keller dient als Ergänzung des 400 Kilowatt starken Brennwertkessels und hat selbst knapp 40 Kilowatt Leistung. Sobald Wärme in der Arbeitsstätte Am Krausenbaum benötigt wird, schaltet sich das Kraftwerk ein - und liefert auf diesem Weg stündlich 20 Kilowatt Strom. Bei Überkapazitäten kann Strom vom Versorger dazugekauft werden, bei Unterlast wird der Strom eingespeist. Christoph Schnitzler hofft, dass sich die Kosten der Anlage in sieben Jahren amortisiert haben.

Wesentlich effizienter soll allerdings ein weiteres BHKW sein, das im kommenden Jahr in der GWN-Gärtnerei Am Leuchtenhof seine Arbeit aufnehmen soll. Dort wird in den Gewächshäusern rund um die Uhr Wärme benötigt, das "Abfallprodukt" Strom also ebenfalls 24 Stunden erzeugt. Nachts würde dann die Rückeinspeisung laufen.

Ebenfalls geplant: eine Solaranlage auf dem Dach des Betriebs an der Königsberger Straße.

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