Im November stellte die Mutter Antrag auf Leistungen. Getan hat sich seitdem nichts.

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Die Geduld von Xuan Hoang wird von der Familienkasse arg strapaziert.

Die Geduld von Xuan Hoang wird von der Familienkasse arg strapaziert.

Marc Ingel

Die Geduld von Xuan Hoang wird von der Familienkasse arg strapaziert.

Neuss. Xuan Hoang lebt seit zwei Jahren in Neuss. Die gebürtige Vietnamesin, die als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland kam und seit 2003 Deutsche ist, fand in ihrem Ausbildungsberuf als Bürokauffrau keine Arbeit. Sie jobbte als Kellnerin und nahm schließlich eine Teilzeitstelle als Menü-Assistentin am Johanna-Etienne-Krankenhaus an.

Mit einem Gehalt von 950 Euro brutto kann die alleinerziehende Mutter einer Tochter keine großen Sprünge machen. Seit Monaten wartet sie jetzt auf einen Kindergeld-Zuschuss.

Die 26-Jährige erhielt von der Arge im Rhein-Kreis Neuss Unterstützung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II. Im November 2009 kam der Aufhebungsbescheid: Hoang sollte stattdessen Wohngeld und zusätzlich zum Kindergeld Kinderzuschlag beantragen.

In dem Brief der Arge machte die Sachbearbeiterin der Neusserin Mut: "Angesichts Ihrer Einkommenssituation können Sie nach meinen Berechnungen sowohl Kinderzuschlag als auch Wohngeld zusätzlich zu Ihrem Einkommen erhalten."

"Mit dem Wohngeld hat das bei der Stadt Neuss auch sofort geklappt", erzählt Hoang. Das sah bei dem Antrag auf Kinderzuschlag bei der zuständigen Familienkasse in Mönchengladbach jedoch anders aus. Xuan Hoang holt tief Luft: "Am 21.November 2009 habe ich den Antrag auf Kinderzuschlag zum 1.Dezember gestellt und alle Unterlagen eingereicht."

Als sie kurz vor Weihnachten nachfragte, hieß es, der Antrag sei noch nicht bearbeitet. Vier Wochen später die gleiche Antwort mit dem Hinweis, es seien ja auch Feiertage dazwischen gewesen. Zwei Wochen darauf wollte die junge Mutter die Sachbearbeiterin sprechen. Das sei nicht möglich, sie solle in zwei bis drei Wochen wieder anrufen.

Noch vier Mal rief Hoang bis März in Mönchengladbach an, die Antwort war fast immer die gleiche. "Da ist mir der Kragen geplatzt", sagt Hoang. Sie setzte einen Beschwerde-Brief an die Leitung der Familienkasse auf.

Die postalische Antwort kam schnell: Sie müsse einen Antrag auf Kinderzuschlag einreichen, sonst könne nicht entschieden werden. "Als hätte ich nie einen gestellt", empört sich die Neusserin.

Mit ihrer asiatischen Gelassenheit war es da lange vorbei, dennoch setzte Xuan Hoang den Antrag noch einmal neu auf, fügte alle notwendigen Unterlagen bei - und wartet seit Ende März wieder vergeblich auf Antwort.

 "Mir ist es mittlerweile fast schon egal, ob der Antrag positiv beschieden oder abgelehnt wird. Aber die müssen den doch irgendwann mal bearbeiten", sagt sie entmutigt.

Eine Anfrage bei der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach, der die Familienkasse untergeordnet ist, verlief am Montag zunächst vielversprechend. Sie werde das Anliegen der Leiterin der Familienkasse vortragen, sagt Pressesprecherin Karin Schliffke. Jedoch: "Da können Sie heute nicht mehr mit einer Antwort rechnen."

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