Trotz Einbahnregelung dürfen Radler jetzt entgegen der Fahrtrichtung durch die Sternstraße fahren.

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Tim Winter und Vanessa Königsberg vom Quirinus-Gymnasium dürfen jetzt ganz legal entgegen der Fahrtrichtung durch die Einbahnstraße Sternstraße fahren.

Tim Winter und Vanessa Königsberg vom Quirinus-Gymnasium dürfen jetzt ganz legal entgegen der Fahrtrichtung durch die Einbahnstraße Sternstraße fahren.

Stefan Büntig

Tim Winter und Vanessa Königsberg vom Quirinus-Gymnasium dürfen jetzt ganz legal entgegen der Fahrtrichtung durch die Einbahnstraße Sternstraße fahren.

Neuss. Es war zwar nicht erlaubt, aber es wurde trotzdem gemacht. Ganze Generationen von Schülern und Erwachsene sind über Jahre durch die Sternstraße geradelt - verbotenerweise, wenn sie von der Einmündung Hesemannstraße in Richtung Drususallee unterwegs waren.

Jetzt dürfen sie alle ganz legal nicht nur gemäß der Fahrtrichtung durch die Einbahnstraße fahren, sondern auch entgegen. Weiße Markierungen auf der Fahrbahn und eine neue Beschilderung weisen darauf hin, dass die Sternstraße die 25.Einbahnstraße in Neuss ist, auf der Radfahrer in beiden Richtungen unterwegs sein dürfen.

Kleine Mängel, wie fehlende Schilder, wurden sofort behoben

Möglich wurde dies durch ein Projekt der Stadt und des Quirinus-Gymnasiums. Im Sommer vergangenen Jahres erkundeten 25 Rad-Detektive das Neusser Radwegenetz auf Lücken und Mängel. "Die Schüler haben zum einen ihren Schulweg überprüft, aber auch ihr Wohnumfeld", sagt Lehrer Wolfram Schmutzler, der das Projekt betreute.

In fünf Gruppen strömten die Jugendlichen aus, untersucht wurden Radwege in der Innenstadt, Uedesheim, Schlicherum, der Furth und dem Dreikönigenviertel samt Jülicher Straße. "Wir haben zum Beispiel auf Verkehrssymbole geachtet", erzählt Tim Winter (14), der damals an dem Projekt beteiligt war. "In Sellerheide sind wir zum Beispiel auf eine total widersprüchliche Beschilderung gestoßen", erzählt er.

"Diese kleineren Mängel haben wir sofort behoben", sagt Norbert Jurczyk, Leiter der Abteilung Verkehrslenkung der Stadt. "Mal waren es Verkehrssymbole, die fehlten, oder es waren Radwege, die zugewuchert waren."

1997 wurde die Straßenverkehrsordnung geändert und Einbahnstraßen für den Radverkehr auch in Gegenrichtung geöffnet. In Neuss wurden 1998 alle Einbahnstraßen überprüft, ob sie für Radfahrer in beiden Richtungen befahrbar sind.

Möglich ist die beidseitige Befahrbarkeit nur in Tempo-30-Zonen und nur bei ausreichendem Platz.

Mittlerweile dürfen Radfahrer in 25 Einbahnstraßen in Neuss in Gegenrichtung unterwegs sein.

Bislang hat es in Neuss keinen Unfall gegeben, der auf die Gegenverkehrregelung zurückzuführen ist.

Die Erlaubnis für Radfahrer, auch entgegen der Fahrtrichtung durch die Sternstraße zu radeln, ist der erste nennenswerte Erfolg der Aktion. Rund 500 Euro investierte die Stadt in die Markierung und die neue Beschilderung an der Sternstraße.

"Es gibt noch weitere Lücken im Radwegenetz, die von den Detektiven bemängelt wurden", sagt Jurczyk und zählt auf: "Bedarf gibt es noch bei der Rheinfährstraße in Uedesheim, der Rheydter Straße oder dem fehlenden Teilstück zwischen Jülicher Straße und Friedrich-Ebert-Platz."

All diese Maßnahmen sollen im Laufe des Jahres abgeschlossen sein. "Langfristig muss man auch über die Bonner Straße und den Bereich am Deich nachdenken. Da sind wir bei den Kosten aber im sechs- oder siebenstelligen Bereich. Und die Kölner Straße ist ziemlich marode", berichtet Jurczyk. Viel Arbeit, die auf den passionierten Radfahrer wartet.

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