Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Tipps zum Widerstand von warmem Tee mit Honig bis zu Efeu-Produkten.

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Yalcin Özcan verkauft Gemüse an der Oberstraße. Vor allem Zitrusfrüchte sind jetzt gefragt.

Yalcin Özcan verkauft Gemüse an der Oberstraße. Vor allem Zitrusfrüchte sind jetzt gefragt.

Yalcin Özcan verkauft Gemüse an der Oberstraße. Vor allem Zitrusfrüchte sind jetzt gefragt.

Neuss. Die Jacke ist offen, der Schal nur locker um den Hals gebunden. Christoph Napp-Saarbourg wirft einen kritischen Blick auf die Kundin, die in seiner Apotheke mit heiserer Stimme nach Medikamenten gegen die Erkältung fragt. "Sie müssen sich warm halten, junge Frau. Wenn sie auskühlen, wird’s nicht besser", sagt er und gibt ihr zu den Tabletten eine Packung Salbeibonbons.

Schniefnasen, kratzende Hälse, schmerzende Gliedmaße - in Napp-Saarbourgs Apotheke am Büchel sind diese Beschwerden derzeit Dauerthema. Auch die Wartezimmer der Arztpraxen in Neuss sind überfüllt - so sehr, dass kein Mediziner Zeit für ein Gespräch mit der WZ hatte. "Viele Menschen sind im Moment erkältet. Die meisten Kunden fragen nach Aspirin und anderen Mitteln gegen den Schnupfen", sagt Apotheker Napp-Saarbourg.

Im Winter das Lüften nicht vergessen

Die Ursache für die Erkältungswelle liegt für Napp-Saarbourg in den ruhigen Wintertagen: "Es ist kalt, die Leute werden träger und verlassen kaum noch das Haus. Und lüften tun sie auch nicht. Ideale Bedingungen für Bakterien, sich zu vermehren. Hinzu kommt, dass Weihnachten viele Menschen auf engem Raum zusammensitzen und sich gegenseitig anstecken."

Spaziergänge an der frischen Luft seien eine gute Vorbeugung gegen den Schnupfen. "Natürlich nur, wenn man warm genug gekleidet ist. Das Warmhalten verhindert, dass es schlimmer wird", erklärt der Pharmazeut.

Ebenfalls wichtig, damit die Erkältung gar nicht erst ausbrechen kann, sei regelmäßiges Händewaschen. Hat der Schnupfen einen jedoch trotz aller Vorbeugungen erwischt, empfiehlt der Apotheker dreimal täglich zwei Tabletten Aspirin Plus C.

Harmloser Schnupfen und trockener Reizhusten sind typische Symptome der derzeit grassierenden Erkältungswelle. Man hat allerdings kein Fieber und fühlt sich auch nicht krank oder schlapp. Eine Erkältung dauert in der Regel sieben Tage. Medikamente sind nicht unbedingt nötig.

Eine Grippe ist eine Infektion mit Viren. Sie kann sogar lebensbedrohlich werden, etwa für ältere oder geschwächte Menschen. Eine Grippe beginnt im Gegensatz zur Erkältung ganz plötzlich. Der Patient bekommt hohes Fieber (über 39 C), Schweißausbrüche und Gelenkschmerzen.

Wenn die Erkältung sich allerdings zu einem grippalen Infekt ausweitet, der Auswurf sich farblich verändert und man sich immer matter fühlt, sei es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. "Wichtig bei Unwohlsein ist in jedem Fall, warmen Tee mit Honig zu trinken, um die Reizung der Bronchien und Atemwege zu lindern und den Körper im Kampf gegen die Bakterien zu unterstützen. Außerdem sollte man sich vitaminreich ernähren", sagt Napp-Saarbourg.

Vitamine - darauf schwört auch Nuran Yalcin, Inhaberin des Obst- und Gemüseladens Yalcin an der Oberstraße. "Es fällt auf, dass die Leute jetzt vor allem viele Zitrusfrüchte kaufen. Ich kann frisch gepresste Säfte als Vorbeugung nur empfehlen", sagt sie. Ihren Kunden mit Schnupfnase gebe sie zudem immer einen zusätzlichen Tipp: "Frischer Ingwer, der hilft bestens gegen eine Erkältung."

Homöopath Thilo Rick empfiehlt Schnupfen-Patienten vor allem: Bettruhe. "Das Immunsystem bekommt eine einfache Erkältung meist von selbst in den Griff, wenn man dem Körper Ruhe gönnt. Medikamente sind nicht notwendig. Wenn es nicht schlimmer wird, ist ein Schnupfen meist harmlos." Pflanzliche Mittel für den Kampf gegen die Erkältung seien Efeu-Produkte, Myrte, Limone oder Thymian.

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