Elisabeth Mühlen zeigt ganz unterschiedliche Werke aus zehn Jahren.

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Elisabeth Mühlen vor ihrem Werk „40 Orte (Ausschnitt), das im Foyer der Alten Post ausgestellt ist.

Elisabeth Mühlen vor ihrem Werk „40 Orte (Ausschnitt), das im Foyer der Alten Post ausgestellt ist.

Uli Engers

Elisabeth Mühlen vor ihrem Werk „40 Orte (Ausschnitt), das im Foyer der Alten Post ausgestellt ist.

Neuss. Strukturell einordnen lässt sich das Werk dieser Künstlerin sicherlich nicht. Zeichnungen als Grundlage und manchmal auch Endprodukt ihrer schöpferischen Tätigkeit, Malerei, die - manchmal - geprägt ist von Lasuren und Textillappen, Gegenständliches, Traumwelten, Typographie. Und doch gibt es im Werk von Elisabeth Mühlen Konstanten: Sie bleibe authentisch, sagt die Willicherin, die in Düsseldorf lebt und arbeitet: "Es geht nicht um das Verarbeiten, es geht mir um das Be-Arbeiten." Ergebnisse aus den vergangenen zehn Jahren sind jetzt in der Alten Post zu sehen.

Beobachterin ist die Künstlerin, oft genug geht es um Alltägliches. "Mitschriften" nennt sie ihre Arbeiten, und der Betrachter assoziiert sofort eigene Erinnerungen. "Wir wollen unsere Sehnsucht" ist Titel der Ausstellung, dahinter verbirgt sich eine Zeile der Dichterin Else Lasker-Schüler: "Wir wollen unsere Sehnsucht teilen." Erst einmal die eigene entdecken, meint Elisabeth Mühlen.

Die klingt in vielen ihrer Exponate durch. "40 Orte" heißt die Sammlung von kleinformatigen Landschaftsbildern der Region, die Stimmungen - und Sehnsüchte - erfasst. Sehr viel zarter, fast asiatisch anmutend ein abstrakter Blick auf: eine Gartenszene? Ein Gewässer mit dezent-violetter Kugel? Oder Rosenszenen: Blüten in kräftigen Farben vor dunklem Grund, aus dem heraus Finger erkennbar werden, die weiße Fäden des alten Kinderspiels ziehen.

Nein, festzulegen ist Elisabeth Mühlen nicht. Neben den Rosen großformatige typografische Kunst, in der, wer Geduld mitbringt, (unvollständige) Novalis-Zeilen erkennt. Oder die gegenständliche Darstellung der "Szene am See" im Foyer der Alten Post: wieder ein Erinnerungsbild für den Gast, zwei Männer, zwei Frauen, je nach (räumlichem) Standort des Betrachters in ganz unterschiedlicher Stimmung und sich ändernden Farbschattierungen zu entdecken.

Zu entdecken ist viel in dieser Ausstellung über die Sehnsucht.

» Geöffnet ist montags bis freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr. Geschlossen ist am 11. und 12.Juni. Der Eintritt ist frei. Ein Katalog ist für 155Euro erhältlich

www.altepost.de

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