Neil LaButes scharfsinnige Gesellschaftsanalyse feiert am Freitag Premiere im Landestheater.

Neuss. Tom, ganz der schicke Büromensch, trifft die fröhliche, wunderbare Helen in einem Imbiss. Die beiden werden ein Liebespaar. Doch Helen ist dick, sehr dick. Für sie kein Problem, doch Tom versucht, seine Freundin zu verbergen - vor allem vor den beiden Bürokollegen. Natürlich bleibt die Liaison nicht geheim, und Tim schlägt blankes Unverständnis, ja Entsetzen entgegen. Der US-amerikanische Autor Thomas LaBute legt mit "Fettes Schwein" (Fat Pig) den Finger in die Wunde. Seine bissige Komödie kommt jetzt im Rheinischen Landestheater auf die Bühne.  Sylvia Richter inszeniert das Vier-Personen-Stück des viel beachteten und hoch gelobten Autors, der erstmals in Neuss gespielt wird. "Fett" so sagt sie, stehe als Beispiel für das "Geht nicht" in einer Gesellschaft, die sich nur zu gern tolerant gibt. Begeistert von dem Stück ist auch Dramaturg Joachim Henn. LaBute suche das "Monströse im Alltag" und erwische damit den Zuschauer: Denn der könne wohl allzu gut die Vorurteile der Protagonisten nachvollziehen. Für das von bissigen, witzigen Dialogen geprägte Stück in sieben Bildern hat Dietmar Teßmann für die Ausstattung überdimensionale Fensterrahmen auf der ansonsten leeren Bühne gewählt. Die Rahmen werden je nach Szenerie verschoben, binden die Figuren ein und erlauben schnelle Wechsel. Es spielen Kaspar Küpper, Felix Lampert und Birte Rüster sowie als Gast Katja Thiele, eine "wunderbare XXL-Schauspielerin", wie Sylvia Richter sagt. Wie es ausgeht mit dem Liebespaar, sei hier nicht verraten. "Es ist eine Komödie - überwiegend", kommentiert die Regisseurin trocken. uda Fettes Schwein, Premiere am 9.Januar, 20Uhr, 1,5 Stunden ohne Pause.  

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