Die Neusser Heimatfreunde legen einen historischen Stadtführer mit ungewöhnlichem Konzept vor.

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Buch-Macher und Unterstützer (v.l.): Heinz Günther Hüsch, Ehrenvorsitzender der Heimatfreunde, Stadtarchivdirektor Jens Metzdorf, Autor Christian Frommert, Ernst Freistühler, Vorsitzender der Heimatfreunde, und Reinhard Tiefenthal, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse.

Buch-Macher und Unterstützer (v.l.): Heinz Günther Hüsch, Ehrenvorsitzender der Heimatfreunde, Stadtarchivdirektor Jens Metzdorf, Autor Christian Frommert, Ernst Freistühler, Vorsitzender der Heimatfreunde, und Reinhard Tiefenthal, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse.

Uli Engers

Buch-Macher und Unterstützer (v.l.): Heinz Günther Hüsch, Ehrenvorsitzender der Heimatfreunde, Stadtarchivdirektor Jens Metzdorf, Autor Christian Frommert, Ernst Freistühler, Vorsitzender der Heimatfreunde, und Reinhard Tiefenthal, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse.

Neuss. Eine Neuheit ist dieses Buch in jedem Fall: Keine reine Stadtgeschichte von der Römerzeit bis zur Gegenwart, kein Stadtführer der bekannten Art mit festgelegten Routen. Es ist eine Kombination aus beidem und damit ein Angebot, das viele Neusser ebenso wie Gäste interessieren dürfte. Gestern haben die Heimatfreunde das von dem Historiker Christian Frommert erarbeitete Werk "Neuss. Ein historische Stadtführer" vorgestellt.

Die Konzeption ist dieser Mischform angepasst und macht es dem Leser leicht. Aufgeteilt nach Sachgebieten, informiert der Autor unterhaltsam und leicht lesbar über Stadtentwicklung und Infrastruktur ebenso wie über Politik, Wirtschaft und Gesundheit, religiöses Leben, Kultur, Freizeit.

Natürlich beginnt ein historischer Stadtführer über Neuss mit der Römerzeit. Vom Legionärslager Novaesium aus führt Frommert den Leser, der sich entschieden hat, mit dem ersten Kapitel zu beginnen, im Rahmen der "Stadtentwicklung" über das mittelalterliche Stadtbild zu den Veränderungen der Neuzeit.

Querverweise führen durch den Themenkomplexe

Einmal Stadtentwicklung auf 20 Seiten? Frommert hat gestern klargestellt, dass bei einem solchen Projekt "eine gewisse Beschränkung aufs Wesentliche" gefordert war. Nein, er hat keine umfassende Geschichte der Stadt geschrieben, das war auch nicht Sinn dieses Stadtführers. Markante Entwicklungen, Eckdaten sind aufgeführt, und vor allem: Querverweise zu den anderen Kapiteln erleichtern eine Sichtweise über die engen Sachgrenzen hinweg.

Das Konzept tut diesem Stadtführer gut und macht ihn auch für eingefleischte Neusser zu einer lohnenswerten Lektüre. Für Neubürger, junge Leser oder Gäste ist er eine Fundgrube.

Fernhandelsbeziehungen im Mittelalter: Da sind spannende Details unter "Wirtschaft" nachzulesen wie etwa die Aussage, dass um 1500 die Häfte der männlichen Erwerbstätigen in Neuss im Handwerk arbeiteten. Zahlreiche Fotos und Darstellungen ergänzen die Texte. Da sind - stadtführermäßig - zahlreiche Gebäude vom Windmühlenturm über das "Schwatte Pääd", genauer "Zum schwatten Rosz" bis natürlich St.Quirin abgebildert, da ist aber auch eine Gasthausrechnung von 1597 oder die Novesia-Kinoanzeige von 1914 zu sehen. Fast ein wenig kurz sind die Schützen berücksichtigt. Wahrscheinlich liegt das daran, dass bei diesem Thema den Neussern wirklich nicht viel Neues zu erzählen ist.

Das Buch, das unter Mitwirkung von Stadtarchivdirektor Jens Metzdorf und gesponsert von der Sparkasse entstanden ist, ist ab heute im Buchhandel und der Tourist-Information erhältlich.

» Christian Frommert, Neuss. Ein historischer Stadtführer. Herausgegeben von den Heimatfreunden Neuss, 19,50 Euro.

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