Namensgeberin Irmgard Feldhaus eröffnete das neue Museum im Kirkeby-Haus auf der ehemaligen Raketenstation.

Neuss. Die Besucher der Eröffnung des Feld-Hauses auf der Museumsinsel Hombroich waren sich einig: Diese Sammlung ist einzigartig. Am Sonntag wurde das Museum für populäre Druckgrafik, eine Dependance des Clemens-Sels-Museums, auf der Raketenstation der Museumsinsel eröffnet. Zum Auftakt werden dort außergewöhnliche Sammlerstücke aus der Jahrhunderte alten Tradition der gedruckten Bilder-Welten ausgestellt. Sammlerin der "Bilder für jedermann" und gleichzeitig Namensgeberin des neuen Museums ist Irmgard Feldhaus, ehemalige Direktorin des Clemens-Sels-Museums in Neuss.

Über 5000 Objekte hat sie im Laufe der Zeit aus verschiedenen Ländern zusammengetragen, bevor sie die Sammlung 2006 ihrer Heimatstadt schenkte. 400 Bilddrucke werden nun in der begehbaren Skulptur des dänischen Künstlers Per Kirkeby ausgestellt, die übrigen werden zu Forschungszwecken zunächst archiviert.

Nostalgie-Faktor ist bei dieser Art Kunst besonders hoch

Druckgrafiken zeigen Darstellungen historischer Ereignisse, Porträts sowie Glückwunsch- und Freundschaftskarten. Es gibt sie als Einzelstücke, aber auch Grafiken, die in Massen produziert wurden. Häufig werden letztere als Vorläufer der heutigen Illustrierten bezeichnet. Manche Objekte enthalten ganze Bildergeschichten, die an Illustrationen wie den Struwwelpeter oder Max und Moritz erinnern und Kindheitserinnerungen hervorrufen.

Überhaupt ist der Nostalgiefaktor bei dieser Art von Kunst besonders hoch. Viele der Exponate sind im Originalzustand, haben sogar noch ihren ursprünglichen Rahmen. "Die Bilder hatten einerseits politische und gesellschaftliche Bedeutung", sagt Professor Wolfgang Brückner, ehemaliger Philologie-Professor an der Uni Würzburg, "andererseits waren sie auch Inspiration und Anregung für Künstler wie Paul Gaugin." Neben Vertretern aus Kunst und Kultur nahm auch Bürgermeister Herbert Napp an der Eröffnungsfeier teil. Er würdigte Irmgard Feldhaus’ unverwechselbares Gespür für Kunst und dankte ihr für ihr großes Engagement. "Mit dieser Sammlung haben Sie der Stadt ein unverwechselbares kulturelles Profil gegeben", so Napp.

NRW-Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff zählt zu den langjährigen Weggefährten von Irmgard Feldhaus. Der unermüdliche Einsatz, mit dem die "Doktoressa", wie er sie liebevoll nennt, ein Herzens-Projekt angehe, habe ihn immer beeindruckt und nachhaltig geprägt.

Die Ausstellung ist an den Wochenenden von 12 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet zwei Euro.

Für Irmgard Feldhaus selbst geht mit der Eröffnung "ihres" Feld-Hauses ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Die 90-Jährige zeigte sich am Ende der Feier glücklich über das große Interesse. Doch war sie, ob der vielen Komplimente, auch ein wenig verlegen und hatte schließlich nur noch einen Wunsch: Die Besucher sollten sich nun doch die wunderschönen Exponate ansehen.

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