Susanne Stähli zeigt im Museum ihre konzeptuelle Farbmalerei.

Kuratorin Bettina Zeman vor großformatigen Farbtafeln, links die mit Folien abgeklebte Fensterfront.
Kuratorin Bettina Zeman vor großformatigen Farbtafeln, links die mit Folien abgeklebte Fensterfront.

Kuratorin Bettina Zeman vor großformatigen Farbtafeln, links die mit Folien abgeklebte Fensterfront.

Georg Salzburg

Kuratorin Bettina Zeman vor großformatigen Farbtafeln, links die mit Folien abgeklebte Fensterfront.

Neuss. Der Titel der Ausstellung ist verblüffend gerechtfertigt. "Der verwandelte Raum" heißt die am Sonntag eröffnete Schau von Susanne Stähli im Clemens-Sels-Museum. Ihr gelingt es mit sorgsam kalkulierten und entwickelten Tafelbildern und Folien, die Schwere des Museumsfoyers, die prägende, eher schon lastende Betonarchitektur aufzubrechen. Hell, strukturiert, klar erscheint dem überraschten Betrachter das Erdgeschoss des Museums.

Stähli, Vertreterin der im Museum seit Ende der 80er Jahre gesammelten konzeptuellen Farbmalerei, hat für Foyer und Gartensaal eigens ein Raum-Farb-Konzept entwickelt. "Es war ein Wagnis", sagt Kuratorin Bettina Zeman, "aber Susanne Stähli hat diesen Raum geknackt."

So leiten zunächst vier kleinere Farbtafeln in zarten, klaren Tönen den Besucher zur Cafeteria, die freigeräumt zum Raumkunstwerk geworden ist. Die großflächige Glasfront hat die Künstlerin mit transparenten und transluzenten Folien in unterschiedlichen Blautönen abgeklebt. Je nach Tageszeit und Wetterbedingungen taucht der Raum in diffuses blaues Licht, erhält einen fast schon sakralen Charakter, und der Betrachter scheint selbst zum Träger der Farbe zu werden. Die Folien schotten den Raum nicht ab, sondern ermöglichen im Gegenteil eine visuelle Überwindung des Innen und Außen.

Der blaue Schimmer reicht bis in den Gartensaal, wo ein kräftiges Orange im Großformat eine ganz neue Stimmung erzeugt; ergänzend, nicht konträr. Immer neue Entdeckungen bieten sich dem Betrachter. Zwei großformatige farbverwandte Bilder werfen Fragen auf wie: Was ist Rot? Oder: "Was kann Rot?

Die Entdeckungsreise setzt sich durch einen Farbgang dort fort, wo sonst in Vitrinen Druckgrafiken zu sehen sind, wo jetzt aber gelbe, grüne und grün-bläuliche Folien zur roten Glasfront hin zum Obertor leiten. Wechselbad der Gefühle.

"Der verwandelte Raum" mit Werken von Susanne Stähli, zu sehen bis zum 23. Januar.

Mit einem Vorwort von Uta Husmeier-Schirlitz und Beiträgen von Erich Franz und Bettina Zeman. Etwa 100 Seiten, ca. 80 Abbildungen, 18 Euro.

Das gelungene "Wagnis" der mit Unterstützung von Sparkassen-Jubiläumsstiftung und Museums-Förderkreis ermöglichten Ausstellung ist eine Einladung, sich einzulassen. "Der verwandelte Raum" bietet dazu wunderbar Gelegenheit. Zu sehen bis zum 23. Januar.

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