In der Stadthalle wurden Jörg I. und Elvira I. inthronisiert. Getanzt wurde bis in den frühen Morgen.

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Endlich inthronisiert: Jörg I. und Elvira I.

Endlich inthronisiert: Jörg I. und Elvira I.

Uli Engers

Endlich inthronisiert: Jörg I. und Elvira I.

Neuss. Nicht wenige Damen in Abendrobe, die Herren in dunklen Anzügen, sofern man nicht einem Karnevalsverein angehörte, Tische mit Kerzenleuchtern, dezente Hintergrundmusik Alles wirkte sehr gediegen am Samstag in der Stadthalle. Dieser Eindruck täuschte jedoch, denn als mit wenigen Minuten Verspätung die offizielle Prinzenproklamation des neuen Prinzenpaares der Stadt begann, zeigten die Gäste zunächst überrascht, spendeten dann aber doch reichlich Beifall: Ein neues Bühnenbild von Wagenbaumeister Jürgen Müller zeigte die Neusser Stadttore.

Reiner Franzen, Vize des Karnevalsausschusses (KA), empfing das Prinzenpaar Jörg I. und Elvira I., das mit dem Präsidium unter den Klängen der Tambourcorps, der Stadt- und Prinzengarde sowie der Novesiagarde in die Stadthalle eingezogen war. Jakob Beyen, seit einem halben Jahr Vorsitzender des Neusser Karnevalausschusses, begrüßte die Gäste, darunter neben vielen Sponsoren auch der amtierende Schützenkönig Hermann Verführt.

Kleine Fehler wurden schnell erkannt. So saß SPD-Bürgermeisterkandidat Reiner Breuer mit seiner Frau zunächst allein, dann aber schnell am KA-Tisch.

Bei der Amtseinführung gab es eine Premiere. Der Prinz musste ein Gelöbnis ablegen und jeder Prinz nach ihm wird es künftig auch tun. Der Text - selbstredend op Nüsser Platt - stammt aus der Feder von Hoppeditz Peter Rüttgers. Der höchste Repräsentant verpflichtet sich zur Bekämpfung des Griesgrams, mahnt die Gleichheit aller Jecken an, verpflichtet zum Bützen und weist darauf hin, dass Behörden und ihre Beamten während der jecken Zeit nichts zu sagen haben. Prinz Jörg I. las das Gelöbnis laut vor und übersetzte den Text zur Freude der wenigen Anwesenden, die nicht des Nüsser Platts mächtig waren, ins Hochdeutsche. Anschließend wurden dem Paar die Insignien, Zepter, Federschmuck und Novesia-Diadem, überreicht.

Natürlich gab es auch einige karnevalistische Darbietungen. Willi Maaßen erzählte in wohlüberlegten Reimen vom Ruhestand und dem Ärger daheim. "De Fetzer" spielten ihre bekannten Lieder - sehr zur Freude von Prinz Jörg, der als talentierter Musiker selbst zur Gitarre griff und mitspielte. Auch "Labbes & Drickes" begeisterten mit ihrem Wortbeitrag, ebenso wie die aus Köln bekannten "Funky Marrys".

Gegen Mitternacht endete das Programm. Jörg I. stellte noch einmal seine musikalischen Fähigkeiten unter Beweis und präsentierte sein Proklamations- und Sessionslied. Zum Abschluss forderte er die Gäste zum Mitsingen des Neusser Heimatliedes auf, die diesem Wunsch gerne nachkamen.

Die Veranstaltung selbst endete nach ausgiebigem Tanzen erst in den frühen Morgenstunden.

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