Der Bestand in der Stadt ist gesünder als der Landesdurchschnitt. Pappeln werden zunehmend gefällt.

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Pappeln sind in Neuss die am stärksten verbreitete Baumart. In Rosellerheide (Foto) und in Norf werden in diesem Jahr noch Bestände gefällt.

Pappeln sind in Neuss die am stärksten verbreitete Baumart. In Rosellerheide (Foto) und in Norf werden in diesem Jahr noch Bestände gefällt.

Uli Engers

Pappeln sind in Neuss die am stärksten verbreitete Baumart. In Rosellerheide (Foto) und in Norf werden in diesem Jahr noch Bestände gefällt.

Neuss. Viel Wald gibt es nicht in Neuss, doch die Bäume sind relativ gesund. Zum zweiten Mal hat die Stadt von 2006 bis 2008 eine "Waldschadenserhebung" durchgeführt und die Ergebnisse mit denen der Jahre 1989-1991 verglichen.

40 Prozent der Bäume im Stadtgebiet sind demnach gesund, die Hälfte gilt als schwach geschädigt, beide Werte haben sich leicht verschlechtert. Unverändert liegt der Anteil der Bäume mit starken Schäden bei einem Prozent des Bestandes.

4,3 Prozent des Neusser Stadtgebietes waren zum Stichtag 1. Januar 2008 als Waldfläche erfasst. "Gar nicht so wenig", meint Dagmar Vogt-Sädler, Leiterin des Umweltamtes. Sie drängt darauf, die bestehenden größeren Waldflächen auszuweiten und nicht kleinere Parzellen anzulegen:

Das könne mehr Schaden als Nutzen erzeugen, brauchten doch Vögel wie Lerchen und Kiebitze als Bodenbrüter große Ackerfläche und einen entsprechenden Abstand zum Wald.

Hybridpappeln sind am meisten verbreitet

Erfreulich aus Sicht der Amtsleiterin: Schon im dritten Jahr zeigt sich der Neusser Wald deutlich gesünder als der Bestand im Landesschnitt. Eine hohe Baumartenvielfalt gebe es in der Stadt, konstatiert der Bericht über den Waldzustand.

Den Anteil der größten Gruppen, der Hybridpappeln, will die Stadt allerdings zurückdrängen. Diese Bäume haben derzeit mehr als ein Fünftel Flächenanteil. Gepflanzt wurden sie vor allem nach Kriegsende wegen der Holzverwertung, jetzt sollen die Pappeln zunehmend durch Eiche, Buche oder Ahorn ersetzt werden.

So kündigt das Grünflächenamt auch für dieses Jahr zwei Maßnahmen in Rosellerheide und Norf an: Nordwestlich der Kleingartenbanlage Waldesruh wird der etwa 50 Jahre alte Bestand an Hybridpappeln auf einer zwei Hektar großen Fläche gefällt und vermarktet, südlich der grünfläche am Gerhard-Hauptmann-Weg am Norfbach wird ein noch älterer Pappelbestand abgeholzt.

"Der Zustand des Neusser Waldes ist stabil", heißt es in der Verwaltungsdrucksache. Eine Kalkung des Waldbodens sei derzeit nicht notwendig. In den nächsten Jahren werde sich die Lage des Waldes in Neuss voraussichtlich noch verbessern - nicht zuletzt wegen der Fällung von alten Pappeln.

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