Am Hafenbecken 5 hat sich die dänische Reederei Maersk angesiedelt.

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1700 Meter Gleise und Weichen, die von der Floßhafenstraße zum Terminal führen, , wurden verlegt.

1700 Meter Gleise und Weichen, die von der Floßhafenstraße zum Terminal führen, , wurden verlegt.

Uli Engers

1700 Meter Gleise und Weichen, die von der Floßhafenstraße zum Terminal führen, , wurden verlegt.

Neuss. Als der Zimmermann hoch oben neben dem Richtkranz das Glück bringende Weinglas auf dem sandigen Pflaster zerschellen ließ, stand den Geschäftsführern der Neuss Düsseldorfer Häfen Rainer Schäfer und Ulrich Groß die Freude ins Gesicht geschrieben: Mit dem neuen Terminal der Maersk Line, der weltweit größten Containerschiffreederei, haben sie sich einen Logistikriesen ins Boot geholt, der den Hafen zu einer zentralen Drehscheibe der Region Rhein-Ruhr macht. Gestern wurde am Hafenbecken 5 Richtfest gefeiert.

Container-Terminal soll Anfang 2010 in Betrieb gehen

32000 Quadratmeter Pflaster, 500 Meter Versorgungsleitungen und 1700 Meter Gleise und Weichen, die von der Floßhafenstraße über das BCA-Grundstück und die Kaikante zum neuen Terminal führen, wurden verlegt - und rund 14 Millionen Euro in den Bau investiert. In Betrieb gehen wird das Container-Terminal aber erst Anfang des nächsten Jahres.

Das Grundstück ist 3,2 Hektar groß und wird in zwei Bauabschnitten bis auf acht Hektar ausgedehnt. Die erste Erweiterung ist bis 2015, die zweite bis zum Jahr 2023 geplant. 200000Containereinheiten soll das neue Terminal dann jährlich bewegen. "Der Rhein ist größte Verkehrsrennbahn", führte Ulrich Groß in seiner Ansprache aus.

Er selbst stamme aus Hamburg, kenne den Seehafenstandort, habe sich aber bewusst mit dem Umzug nach Neuss für einen Hinterlandstandort entschieden. "Wichtig ist die optimale Positionierung", so Groß. Und eine zweistellige Wachstumsrate im Umschlag verdeutliche das große Potenzial des Binnenhafens.

In der Trimodalität sieht Maersk seinen entscheidenden Vorteil

Seit die Seehäfen den Warenstrom aus Fernost kaum noch umschlagen können, werden Terminals fern von der Küste immer wichtiger. Dem dänischen Logistikriesen Maersk werde im neuen Terminal in Neuss die Möglichkeit geboten, seine so genannte "Push-Pull-Strategie" auszubauen, bei der Container in Binnenterminals verladen und entladen werden, anstatt sie auf dem Seehafengelände zu lagern. In der Trimodalität der Binnenhäfen, der Verknüpfung von Wasser, Schiene und Straße, sieht Maersk seinen Vorteil.

"Viele Kunden klagen heutzutage, wie Aktivitäten minimiert werden können, um noch wirtschaftlich zu sein. Hier sehen wir in der Zusammenarbeit mit einem Weltkonzern den großen Unterschied: Er präpariert sich bis 2023 für mehr Aktivitäten und zeigt damit Weitblick", sagte Groß.

Maersk will nicht nur Güter eigener Kunden umschlagen, sondern auch andere Reedereien bedienen. Dass das Richtfest von Regen begleitet wurde, deutete Groß als gutes Omen. "Wenn es bei einer Hochzeit regnet, sagt man, es komme Geld auf die Familie zu. Das wünschen wir uns auch für die Betreiber."

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