Die Jugendherbergen im Rheinland feiern am 17. Mai ihren 100. Geburtstag.

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Anton und Maria Krüger (beide 39) führen die Jugendherberge in Uedesheim bereits seit 14 Jahren.

Anton und Maria Krüger (beide 39) führen die Jugendherberge in Uedesheim bereits seit 14 Jahren.

Uli Engers

Anton und Maria Krüger (beide 39) führen die Jugendherberge in Uedesheim bereits seit 14 Jahren.

Neuss. Hühnerfrikassee zum Mittagessen, Hagebutten-Tee in großen Blechkannen am Abend, Metall-Hochbetten in der Nacht und ein knurriger Herbergsvater rund um die Uhr - dieses Bild von der Jugendherberge ist längst überholt.

Hell, familienfreundlich und hochwertig ausgestattet weist die Einrichtung in Uedesheim wieder einmal einen Übernachtungszuwachs von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. "Wir haben in 2008 die 25000er-Marke geknackt", freut sich Anton Krüger, der auch gleich das Klischee des knurrigen Herbergsvaters ausräumt. E

in Spitzenjahr sei 2008 gewesen, mit vielen Schulklassen und jungen Familien, die Tagesausflüge in der Umgebung oder den umliegenden Städten mit der Übernachtung im ländlichen und doch zentral gelegenen Uedesheim abrunden wollten.

Lockere Atmosphäre und moderne Ausstattung

In diesem Jahr feiern die Jugendherbergen im Rheinland 100-jähriges Jubiläum. Am 17. Mai können Besucher in allen 34 Häusern erleben, wie sich die Jugendherbergen in 100 Jahren gewandelt haben - weg vom Blechkannen-Tee, hin zum Hotelcharakter mit moderner und vor allem lockerer Ausrichtung.

"Unsere Zimmer sind mit Bädern ausgestattet, es gibt ein Frühstücksbuffet und separate Spielecken für Kinder", sagt Krüger, der seit 14 Jahren die Herberge mit Ehefrau Maria führt. Außerhalb des Hauses gibt es einen Garten mit lauschigen Plätzchen, Grillstätten und Spielmöglichkeiten.

Als einzige Jugendherberge im Rhein-Kreis Neuss ist Uedesheim besonders Magnet für Schulklassen geworden. Um sich von den beliebten Herbergen im Bergischen abzuheben, haben Anton und Maria Krüger auf spezielle Schülerprogramme gesetzt. Innerhalb von drei Tagen können Kinder auf Spurensuche ins Mittelalter gehen, die hohe Kunst des Herrn Knigge erlernen oder auch einen Ernährungsführerschein machen.

Der starke Zulauf an jungen Familien erklärt sich Krüger vor allem mit der Zertifizierung als Familien-Jugendherberge. "In diesen Zeiten buchen Familien nicht mehr so häufig teure Urlaube, sondern fahren lieber zwischendurch mal weg, machen Tagesausflüge. In der Jugendherberge zu übernachten ist ja zunächst einmal eine Kostenersparnis", sagt Krüger. Nun, immerhin: Eine vierköpfige Familie - mit einem vierjährigen und einem sechsjährigen Kind - zahlt für eine Nacht mit Frühstück 58,56 Euro.

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