Proben zu Bat Boy in der Alten Post: Noch bleibt viel Arbeit für die Darsteller. Doch der Spaß ist groß.

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Vor den strengen Blicken der Regie: Die Darsteller des Musicals Bat Boy proben zum ersten Mal in Kostümen.

Vor den strengen Blicken der Regie: Die Darsteller des Musicals Bat Boy proben zum ersten Mal in Kostümen.

Stefan Büntig

Vor den strengen Blicken der Regie: Die Darsteller des Musicals Bat Boy proben zum ersten Mal in Kostümen.

Neuss. Früher Abend. Fabian Haupt ist sofort nach der Arbeit in die Bahn gesprungen, er absolviert an einem Krankenhaus in Düsseldorf seinen Zivildienst. Jetzt zwängt er sich in der Alten Post in ein Nichts aus grünen Blättern. Der Lendenschurz sitzt eng über der Jeans. Das muss reichen. Später, bei der Premiere des Musicals Bat Boy, das die städtische Musikschule und die Schule für Kunst und Theater am 22. September auf die Bühne bringen, wird das Kostüm das einzige sein, was Haupt im 2.Akt trägt.

Die Darsteller sollen Freude an ihrer Arbeit haben

Die Mitstreiter des 18-Jährigen kichern. Zum ersten Mal proben sie in Kostümen, wickeln sich in plüschiges Gorillafell oder schnallen sich Giraffenhälse auf den Kopf.

Regisseur Sven Post sitzt hinter seinem Pult, schiebt den Teller mit Gummibärchen zur Seite und lässt die Jugendlichen albern. Post nimmt seine Sache ernst - und das täten auch die jugendlichen Darsteller, sagt er. "Ihnen ist klar, dass das eine teure Produktion ist." Darum aggressiv Druck zu machen, sieht er nicht ein. "Die Darsteller arbeiten ehrenamtlich, da sollen sie wenigstens Spaß haben."

Wenn der Regisseur spricht, schweigen die Darsteller

Nach zehn Minuten ist’s genug. "So, jetzt haben alle gegackert, jetzt wird gearbeitet", ruft Post. Die Darsteller reagieren sofort. Der Regisseur drückt die Taste des MP3-Players, Musik dröhnt dumpf aus den kleinen Boxen, der Gorilla räkelt sich, die Giraffe stelzt über den Boden der Halle. Ralf Beckers, musikalischer Leiter, die Notenblätter auf den Knien, singt den Text zur Musik vom Band.

In der Mitte der Halle berühren sich die Lippen von Hauptdarsteller Haupt und Marie Jensen (19). Nein, Probleme haben sie damit nicht, werden sie nach der Probe erzählen. "Wichtig ist nur, sich vorher abzusprechen", sagt Jensen. Haupt, der eher zufällig an die Hauptrolle im Musical kam - sein Musiklehrer hatte ihn angesprochen - nickt. "Nein, schlimm ist das nicht." Überhaupt sei die Arbeit am Musical großartig. Keine Lust gebe es bei ihnen nicht. Auch nach dem Schulstart, sagt Jensen, die von Essen nach Neuss pendelt. "Das macht einfach Riesenspaß."

Selbst wenn es mal nicht so gut läuft - wie heute. Erst wenige Minuten bewegen sich die Nachwuchsdarsteller auf der Bühne, da unterbricht der Regisseur das Spiel. Von Ausgelassenheit bei den Schauspielern ist keine Spur mehr. Ernst folgen sie den Anweisungen Posts. Da sei zu wenig Bewegung im Spiel, die Taube solle doch mal auf den Stuhl flattern, überhaupt müsse die kitschige Disney-alle-haben-sich-lieb-Szene zum Ende hin kippen.

"Und ich habe immer recht", sagt Post ernst. Dann lacht er. "Nein Quatsch." Und besinnt sich wieder anders: "Doch habe ich." Der Nachwuchs lächelt, konzentriert sich und nimmt erneut die Positionen ein. Der zweite Versuch wirkt flüssiger. "Aber noch ist das suboptimal", sagt Post. "Es fehlt der Funke, der die Szene knackt." Doch er ist sich sicher: "Wir schaffen das. Noch war das bei jeder Szene so."

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