Im Mai beginnen die Arbeiten für das neue Gebäude von Musikschule, VHS und Fernuni. Der Rat hat den Entwurf am Freitag abgesegnet.

Mit hellem Naturstein aus Quarzit wird die Fassade des architektonisch zeitgemäßen Gebäudes verkleidet. (Animation: Architekturbüro J. + J. Viethen)
Mit hellem Naturstein aus Quarzit wird die Fassade des architektonisch zeitgemäßen Gebäudes verkleidet. (Animation: Architekturbüro J. + J. Viethen)

Mit hellem Naturstein aus Quarzit wird die Fassade des architektonisch zeitgemäßen Gebäudes verkleidet. (Animation: Architekturbüro J. + J. Viethen)

Mit hellem Naturstein aus Quarzit wird die Fassade des architektonisch zeitgemäßen Gebäudes verkleidet. (Animation: Architekturbüro J. + J. Viethen)

Neuss. Die Verwaltungsspitze ist bemüht um Superlative: Von einem bundesweit "äußerst seltenen" Finanzierungsprojekt spricht Kämmerer Frank Gensler. Von einem ebenfalls bundesweit (fast) einmaligen Bildungsgebäude mit "drei Institutionen unter einem Dach" schwärmt Schuldezernentin Christiane Zangs. Und als "großen Wurf in jeder Hinsicht" bezeichnet Bürgermeister Herbert Napp die Zukunft unter einem Dach von Musikschule, VHS und dem Studienzentrum der Fernuni Hagen am ehemaligen Busbahnhof.

Seit Freitagabend steht die endgültige Vergabe für den Entwurf der Bewerbergemeinschaft A. FrauenrathBau-Concept GmbH nach einem entsprechenden Ratsbeschluss mit breiter Mehrheit fest: Es handelt sich um ein dreigeschossiges Gebäude in L-Form mit zusätzlichem Staffelgeschoss aus der Feder des Architekturbüros J.+J. Viethen. Als "Pendant" zum Rheinischen Landestheater sieht die Verwaltung das von der Höhe niveaugleiche Gebäude.

Dass dabei finanziell geklotzt werden muss (siehe Kasten) und der vorgesehene Rahmen überschritten worden ist, bezeichnet Napp mit Blick auf die hohe Qualität als "verträglich".

Archäologischer Schatz ist raffiniert eingebunden

Architektonisch raffiniert erscheint die Einbindung des archäologischen Schatzes im Boden des ehemaligen Busbahnhofs gelöst: Besucher können den römischen Gasthof (mansio) im Eingangshof per "Sichtbrunnen" erleben, aber auch in der Eingangshalle selbst: Dort werden sich die Gäste die mittelalterlichen Mauern des staufischen Kellers bei einem Blick in einen "offenen Keller" anschauen können. Und wenn das Haus geschlossen ist, können Neugierige von eine Glasvitrine aus über den geschichtlichen Wurzeln grübeln, wie das Leben wohl damals verlief.

Auf Neugierde und Wissensdurst bei der Bevölkerung spekuliert auch die Schuldezernentin, wenn sie von einem "Synergieeffekt" der drei Institute unter einem Dach spricht. Denkbar sei es etwa, dass Kinder in der Musikschule unterrichtet werden - und ihre Mütter gleich nebenan per "Crash-Kurs" ihre Englischkenntnisse auffrischen. Wer sich eine Auszeit gönnen möchte: auch ein Café-Bistro ist geplant. Ein Konzertsaal (mit einem darüber liegenden Studio in Sichtweite) bietet 199 Plätze. Die Bühne kann abgesenkt werden.

Große Glasflächen wird das Foyer bekommen, die Fassade wird mit Naturstein verkleidet. "Das Gebäude soll anständig altern und nach Jahrzehnten noch gut aussehen", meint Planungsdezernent Stefan Pfitzer.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer