Der chinesische Künstler Xiaobai Su zeigt seine Werke in der Langen Foundation.

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Xiaobai Su setzt in seinen Bildern gerne Lack und plastische Elemente ein.

Xiaobai Su setzt in seinen Bildern gerne Lack und plastische Elemente ein.

Georg Salzburg

Xiaobai Su setzt in seinen Bildern gerne Lack und plastische Elemente ein.

Neuss. Die Intention von Xiaobai Sus Kunstwerken ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Sie fallen zunächst durch die Verwendung von viel Lack und durch plastisch hervorstehende Elemente auf.

Variationen eines dunklen Rottons und ein tiefes Schwarz sind immer wiederkehrende Farben. Eine warme Farbe - meist das Rot, seltener auch ein intensives, aber gedämpft wirkendes Beige - dominiert in vielen seiner Werke die Fläche. Undenkbar, dass diese eindeutige und oftmals puristisch wirkende Farbgebung keine Bedeutung haben soll, doch: "Dass ich schwarz und rot und manchmal das Weiß, was in den chinesischen Naturfarben eher gelblich aussieht, verwende, hat keinen Grund", sagt Su.

Keinen Grund? Eine Ausstellung, die den Titel "Die Dynastie der Farben trägt", in der Werke hängen, deren auffällige Farbgebung keinen speziellen Grund hat: Das klingt so merkwürdig, dass man sich fragt, ob man den Künstler richtig verstanden hat.

Doch viel wichtiger als die Farbe ist ihm die Art und Weise, wie er sein Werk erstellt: "Wenn ich male, mache ich mir Gedanken darüber, wie ich die Oberfläche mit Lack bearbeiten kann", sagt Su und erläutert, wie aufwändig es ist, ein Lackgemälde zu erstellen. Das Trocknen des Lacks dauert so lange, dass er immer an mehreren Bildern gleichzeitig arbeitet: "Dann muss ich mich konzentrieren, weil man bei Lack immer schon wissen muss, was als nächstes kommt."

Seine Technik besteht aus einer Holzgrundlage, über der eine Leinwand gezogen ist, die erst mit der Spachtelmasse und dem Lack mit dem Holz verschmilzt. Die Art und Weise, wie er seine Bilder fertigt, gibt einen Hinweis darauf, worum es darin geht: um das künstlerische Handwerk selbst. Die Technik ist der Protagonist in Sus Werken, nicht weil sie einzigartig wäre, sondern weil er sie hervorhebt und zum Gegenstand seiner Kunst macht.

Auch, wenn manche seiner Kunstwerke den Einfluss der chinesischen Kunst latent in sich tragen: Xiaobai Su versteht sich als moderner Maler. "Ich denke kaum an die Vergangenheit und an Traditionskunst, nur an die Moderne." Sein Kunststudium in Peking war ganz traditionell ausgerichtet, doch in den Jahren danach hatte er viele Gelegenheiten, andere Einflüsse auf sich wirken zu lassen: Ein Graduiertenstipendium führte ihn an die Kunstakademie Düsseldorf. 14 Jahre lang lebte er in Deutschland. Nicht in Düsseldorf, sondern in der Eifel fand er ein Atelier, das ihm gefiel.

2006 zog es ihn wieder zurück nach China. Doch der Kontakt zu Deutschland blieb bestehen: Regelmäßig besuchen er und seine Frau Freunde hier. "Dass ich jetzt hier in der Langen Foundation ausstellen darf, ist eine ganz besondere Ehre", sagt Xiaobai Su.

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