Klassik: Martin Jakubeit (39) ist neuer Orchestermanager der Kammerakademie Neuss am Rhein.

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Martin Jakubeit wird Nachfolger von Matthias Gawriloff.

Martin Jakubeit wird Nachfolger von Matthias Gawriloff.

Uli Engers

Martin Jakubeit wird Nachfolger von Matthias Gawriloff.

Neuss. Mit dem Neujahrskonzert, bei dem die Kammerakademie "Russische Träume" erklingen ließ, verabschiedeten sich die Musiker und Intendant Matthias Gawriloff am Sonntag voneinander. Dies geschah nicht ohne Wehmut, schließlich führte der 54-Jährige das Orchester als Intendant fast sieben Jahre lang. Gawriloff wird sich jetzt als Direktor des Berner Symphonieorchesters neuen Aufgaben stellen. Seinen Posten übernimmt zum 1.Februar der bisherige Produktionsleiter, Martin Jakubeit.

Der in Cloppenburg geborene 39-Jährige gehört sicherlich noch nicht zu den großen Namen im internationalen Musikgeschäft, hat jedoch für das Neusser Musikleben durchaus Vielversprechendes vorzuweisen. Sein größter Vorteil: Er gilt als rechte Hand Gawriloffs, und hat sich bislang bereits um alle organisatorischen und logistischen Aufgaben der DKN gekümmert. Zudem stimmt die Chemie mit Musikern und Chefdirigent Lavard Skou Larsen.

Jakubeit wird sich als Orchestermanager künftig hauptsächlich um die wirtschaftlichen Belange kümmern, Lavard Skou Larsen bestimmt die künstlerische Physiognomie des Ensembles.

Der neue Manager setzte sich in einem europaweiten Bewerbungsverfahren gegen 17 Konkurrenten durch. Eine Findungskommission um den Vorsitzenden des Trägervereins der Kammerakademie, Professor Peter Czygan, hat sich nahezu einstimmig für den Neusser entschieden. "Martin Jakubeit hat einen großen Anteil an dem bisherigen Erfolg des Orchesters und sich in einem großen Bewerberfeld zusätzlich bewiesen", sagt Kulturdezernentin Christiane Zangs und lobt die sehr gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Jakubeit studierte an der Universität Hildesheim Kulturwissenschaften. "Das Musikmanagement hat mich schon während des Studiums beschäftigt", erzählt der 39-Jährige, der Trompete und auch Klavier spielt. Jakubeit arbeitete als Bildungsreferent und war von 1998 bis 2002 Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Jazz in Niedersachsen. Die Heranführung der Jugend an Musik ist ihm ein besonderes Anliegen, so war er unter anderem Projektleiter des Förderprogramms "Jugend jazzt", das Pendant zu "Jugend musiziert".

Welche Impulse will Jakubeit mit der Kammerakademie setzen? Über gute Kontakte in die internationale Orchester- und Musiker-Agenten-Szene verfüge er, sagt Martin Jakubeit: "Ich möchte die Präsenz des Orchesters weiter stärken. Wir wollen in die Belle Etage der deutschen Konzerthäuser."

Als Trompeter kann er sich auch gut eine Zusammenarbeit mit einem Jazzorchester vorstellen. Eine andere Idee: Statt der Drei-Minuten-Stücke passe beispielsweise Dvoráks Sinfonie "Aus der Neuen Welt" gut zum traditionellen Neujahrskonzert.

Wer ihm beim Gespräch gegenübersitzt, ist von seiner ruhig besonnenen Art beeindruckt. Ob er wie sein Vorgänger Matthias Gawriloff auch das Neujahrskonzert und die Klassiknacht im Rosengarten moderieren wird, ließ er noch offen.

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