Das Motto der nächsten Session steht fest. Diskutiert wird über ein Glasverbot.

Neuss. "Brillant." Mit nur einem Wort fasste Jakob Beyen, Vorsitzender des Karnevalsausschusses, die Session zusammen. Sowohl etablierte Veranstaltungen als auch Neues sei gut angekommen. Laut Beyen waren fast alle Sitzungen ausverkauft, das Programm hochwertig und von Altweiber bis zum Kappessonntagszug sei alles "super" verlaufen. So weit, so gut.

Gibt es da überhaupt noch Möglichkeiten, in der nächsten Session noch brillanter zu werden? Es gibt. Unter dem Motto "Nüsser Jecke fiere jot" soll 2010/2011 die gesamte Karnevalslandschaft der Stadt gewürdigt werden. Die ist, laut Beyen, in der Vergangenheit deutlich größer und bunter geworden. Als Beispiel nannte er den Kneipenkarneval.

Karnevalsausschuss setzt auf mehr Kneipenkarneval

"Der soll in den nächsten Jahren weiter vertieft werden", kündigte etwa Kappesköpp Reiner Franzen an. In drei Kneipen hatte der Karnevalskünstlerverbund Kappesköpp in dieser Session Veranstaltungen initiiert.

Bei freiem Eintritt fürs Publikum bekamen sowohl etablierte Künstler als auch junge Talente ihre Chance auf einen Auftritt. "Wir hoffen, dass 2011 noch mehr Kneipenkarneval geboten werden kann. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit melden", warb Franzen.

Ein wenig entspannter als in der jetzigen Session dürfte es das nächste Mal bei den vielen Veranstaltungsterminen zugehen - die Session ist drei Wochen länger. "Überschneidungen zwischen den Gesellschaften konnten aber auch diesmal weitgehend vermieden werden", so Beyen.

Vom Altweiberdonnerstag, 11Uhr, bis Rosenmontag, 9Uhr, war die Polizei im Kreis mit 1012 (2009: 1096) Einsätzen beschäftigt. Bei 27 (Vorjahr: 69) Schlägereien, Körperverletzungen und Randalierern mussten die Beamten einschreiten. 42 (25) hilflose Personen mussten wieder "flott" gemacht werden, weil sie zu betrunken waren. Zehn Personen schliefen ihren Rausch in einer Gewahrsamszelle aus.

40 Mal suchten genervte und im Schlaf gestörte Menschen Unterstützung bei der Polizei. Die Ruhestörungen "konnten beseitigt werden", so deren Mitteilung am Montag.

Sieben Verkehrsteilnehmer, soviel wie im Vorjahr, werden wegen ihres Alkoholkonsums in der nächsten Zeit auf ihren Führerschein verzichten müssen. Insgesamt wurden 1394 Fahrzeugführer bei den Schwerpunktkontrollen überprüft. 471 Mal war ein Alkoholtest erforderlich.

Nach Ende des Kappessonntagszugs kam es in der Innenstadt vereinzelt zu Streitigkeiten zwischen Betrunkenen. Die Polizei schritt nach eigenen Angaben konsequent ein. 12Platzverweise wurden offensichtlich gewaltbereiten Besuchern erteilt. Drei von ihnen, die sich darum nicht kümmerten, wurden in einer Zelle an der Jülicher Landstraße für einige Stunden in Gewahrsam genommen.

Entgegen den Befürchtungen vertrieben die Narren die Kälte nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum, teilten die Johanniter am Montag mit. Die Zahl der Notarzteinsätze hat sich allerdings im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht. Rettungswagen kamen elfmal zum Einsatz.

Gravierende Änderungen könnten allerdings auf das Zochpublikum zukommen. So deutete Jakob Beyen an, dass der Karnevalsausschuss sich für ein Glasverbot auf dem gesamten Zugweg ausspreche - nicht nur im Hinblick auf mögliche Randalierer, sondern auch wegen der Abfallbeseitigung. "Wir werden das mit der Politik besprechen und glauben, dass wir das durchsetzen können", gab sich Beyen zuversichtlich. Einen konkreten Anlass für diesen Wunsch gab es beim diesjährigen Kappessonntagszug nicht. Nach Polizeiangaben blieb während des Zuges alles ruhig, lediglich danach kam es in der Innenstadt zu Streit zwischen Betrunkenen.

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