Am Samstag geht die Premiere der Sommeraktion „Das fliegende Klassenzimmer“ über die Bühne.

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Am Ende landet eine ganze Schulklasse auf dem Mars und trifft dort Außerirdische (im Vordergrund).

Am Ende landet eine ganze Schulklasse auf dem Mars und trifft dort Außerirdische (im Vordergrund).

Uli Engers

Am Ende landet eine ganze Schulklasse auf dem Mars und trifft dort Außerirdische (im Vordergrund).

Neuss. "Wenn die Zuschauer lachen, musst du eine Pause machen - dann erst weitersprechen", instruiert Schauspiellehrer Stefan Filipiak einen seiner kleinen Schützlinge und erklärt mit wilden Gesten, wie die Pointe noch besser beim Publikum ankommt.

Dem Rest der Truppe, der gerade eine Arbeitspause einlegt und sich um die Bühne herum auf dem Rasen versammelt, gefällt es jetzt schon: Quietschend vor Vergnügen verfolgen die Kinder die Arbeit ihrer Schauspielkollegen auf der Freiluftbühne im Theater am Schlachthof (TAS).

Kinder und 20 Erwachsene sind rundum die Uhr beschäftigt

In der diesjährigen Sommeraktion wird "Das fliegende Klassenzimmer" aufgeführt. 80 Kinder und ein Team aus 20 Erwachsenen sind rund um die Uhr beschäftigt, am Samstag dann endet die Aktion in einer großen Aufführung vor Publikum.

Die Schauspielgruppe probt gerade den Start des Flugzeugs. Mit einem Knall und viel Rauch geht die Maschine mit seiner jugendlichen Besatzung in die Höhe - rein optisch, versteht sich.

Die Kinder ruckeln mit ihren Körpern, dann ist lautes Getöse zu hören - die Maschine zieht an, und die Kinder lehnen sich ruckartig nach hinten. "Die Maschine ist schon etwas älter. Deshalb raucht die so", verrät Jan (12), der gerade nicht auftreten muss. Er spielt den Marsmenschen Klaus-Adalbert und kommt erst in der letzten Szene vor.

Das Thema "Mars" sei aktuell, meint Theaterchef Reinhard Mlotek. Im Original von Erich Kästner landen die Schüler im Himmel. "Wir wollen den Kindern die Augen für das öffnen, was auf der Welt geschieht. In dem Stück sehen sie Eskimos, den Vesuv, die Pyramiden", so Mlotek.

Nur eine Woche hatten Lehrer und Kinder Zeit, die Bühne zu bauen, den Text zu lernen. Aber "wir sind gut gerüstet", ist Filipiak zuversichtlich. Aufgeteilt in Gruppen wurde gebastelt, getanzt, gesungen, geschauspielert oder gezaubert: Die "Special Effects" reichen von Rauchwolken über Riesenseifenblasen hin zu Feuerspuckern. Profis wie Musiker Horst Bischof (Hobi) und Tänzer Fernando Flores lassen die Aktion zu einer Revue werden - und jedes Kind macht das, was es am besten kann.

Die zehnjährige Lina ist von der vergangenen Woche begeistert. "Es hat Riesenspaß gemacht." Sie war bei den Bühnenbildnern und hat ein eigenes Ufo gebastelt. "Nur noch Kleinigkeiten müssen gemacht werden. Dann sind wir fertig."

Jetzt gilt es nur noch, bei der Aufführung Nerven zu bewahren. Aber die Kinder sind Zuversichtlich. Auf die Frage, ob sie es locker schaffen, rufen sie im Chor: "Jaaaaa!" Beginn der Vorstellung ist um 15 Uhr.

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