Neuss beteiligt sich in Kooperation mit Düsseldorf am Pilotprojekt. Wer in Neuss die einheitliche Behördennummer 115 wählt, landet im Callcenter der Düsseldorfer Stadtverwaltung.

Neuss. Die Zahl ist einfach zu merken, sollte tunlichst nicht mit dem Notruf von Polizei und Feuerwehr verwechselt werden und wird den Neussern eine neue Möglichkeit eröffnen, bei Fragen an die Stadtverwaltung schnell eine Antwort zu erhalten. Neuss ist jetzt an dem Pilotprojekt 115 der Bundesregierung beteiligt - und das über eine Kooperation mit Düsseldorf.

Wer in Neuss die einheitliche Behördennummer 115 wählt, landet im Callcenter der Düsseldorfer Stadtverwaltung. Dort erhält der Anrufer speziell Neusser Antworten auf seine Fragen zu behördlichen Leistungen, wie es im Amtsdeutsch heißt. Was brauche ich zur Beantragung des Personalausweises? Wo zeige ich eine eine Kanalstörung an? Wie melde ich ein Gewerbe an? Wann öffnet die Stadtbibliothek? 100 "Top-Fragen" gibt der Bund vor, die Stadt hat den Ehrgeiz, das auszuweiten.

Der Service schließt darüberhinaus auch Fragen zu Landes- und Bundesbehörden ein, dazu zählen Informationen etwa zum Erziehungsgeld oder Bafög.

Die Kooperation mit Düsseldorf hat dank der gemeinsamen IT-Gesellschaft ITK Rheinland bereits eine Software-Basis. Nun ergebe sich eine Win-Win-Situation, betonten gestern der Düsseldorfer (und frühere Neusser) Beigeordnete Wilfried Kruse und Bürgermeister Herbert Napp:

Das Callcenter mit 37 Damen und drei Herren wird besser ausgenutzt, die Anrufer erhalten ohne Verbindungsmarathon eine schnelle Auskunft - und falls nicht möglich eine Rückmeldung per Telefon, Mail oder Fax -, die Sachbearbeiter im Neusser Rathaus werden entlastet. 9000 Euro lässt sich die Stadt das im Jahr kosten.

Das Projekt hat für den Start eine breite Basis, doch birgt es für den Anrufer auch noch Überraschungen. Wer etwa eine Frage zur Führerscheinstelle oder zur Kfz-Anmeldung hat, wird freundlich an die Telefonzentrale des Rhein-Kreises verwiesen.

Der ist nicht an dem Projekt beteiligt. Etwa ein Viertel der zu erwartenden Fragen könnten deshalb nicht gleich beantwortet werden, erläuterte Dezernent Lothar Häck gestern: Das sei "noch nicht ganz optimal".

 

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