Mitglieder der islamischen Ahymadiyya-Gemeinde sammelten Böllerreste und Raketen ein.

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Schon am frühen Morgen begannen die Teilnehmer des Neujahrsputzes mit der Arbeit.

Schon am frühen Morgen begannen die Teilnehmer des Neujahrsputzes mit der Arbeit.

Büntig

Schon am frühen Morgen begannen die Teilnehmer des Neujahrsputzes mit der Arbeit.

Neuss. Traditionell wurde auch in Neuss das neue Jahr mit Böllern und Raketen begrüßt. Reichlich Feuerwerk stieg in den Himmel, Böller krachten auf den Straßen. Feuerwerksbatterien, explodierte Kracher und die zurückgekehrten Raketen blieben liegen. So auch auf der Neusser Furth. Dort setzte sich jedoch gestern am frühen Morgen eine 40 Mann starke Gruppe in Bewegung, die ein mit der Stadtverwaltung abgestimmtes Gebiet einem Neujahrsputz unterzog.

Arbeit begann um 6 Uhr am Morgen

Schon um 6 Uhr früh versammelten sich die Mitglieder der islamischen Reformationsgemeinde Ahmadiyya zu einem Gebet in der Wohnung ihres Neusser Leiters an der Further Straße. Nach einem gemeinsamen Frühstück teilten sie sich in Gruppen auf und befreiten die Further Straße vom Bahnhof bis zum Berliner Platz und die Zufuhrstraße von den Überresten der Silvesterballerei.

Organisiert hatte die Aktion Zaheer Ahmad, Leiter der Aktion „Neujahrsputz“ oder „Waqar-e-Amal“, übersetzt „ehrenvolle Arbeit“. „Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal in Neuss die Genehmigung erhalten, den Neujahrsputz zu machen“, erklärt Zaheer Ahmad, der den Kontakt zu Bürgermeister Herbert Napp herstellte und bei ihm auf offene Ohren traf. Auf dem kleinen Amtsweg wurde ein geeignetes Gebiet mit der AWL abgestimmt und gefunden.

In vielen Städten Deutschlands ist diese Säuberungsaktion schon Tradition, und auch Vertreter anderer islamischer Gemeinden schließen sich uhr an. In Neuss wollen die Ahmadiyyas den Neujahrsputz ebenfalls etablieren.

Lothar Richers von der Stadtverwaltung zeigte sich am Neujahrsmorgen darüber sehr erfreut. Als Motivation, sich am ersten Tag des Jahres mit dem Müll anderer Leute zu beschäftigen, geben die Teilnehmer die gleichen Gründe an, die auch beispielsweise die Kaarster Schützen zu ihrem alljährlichen „Dreibesentag“ motivieren: „Wir leben hier und haben Verantwortung für unsere Stadt, die wir gern übernehmen“, erklärt Zaheer Ahmad.

Mit Greifzangen, Handschuhen und Müllsäcken hatte sie das Ordnungsamt ausgestattet. Was fehlte, wurde selbst ergänzt, denn bei der Erteilung der Genehmigung stand nicht fest, dass so viele Helfer im Einsatz sein würden. Nach zwei Stunden Müllsammeln war die südliche Furth wieder sauber. Die islamischen Ehrenamtler konnten stolz auf ihr Werk sein.

Unter einem Sonnenzelt stärkten sie sich mit pakistanischem Tee, Kaffee und Bienenstich. Für die Teilnehmer war dies nicht die einzige ehrenamtliche Aktion. So besuchten sie zu Weihnachten Seniorenheime und planen, im Frühjahr in Neuss einen Friedensbaum zu pflanzen.

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