Dr. Guido Orth will der demografischen Entwicklung vor Ort künftig verstärkt Rechnung tragen und die Altersmedizin ausbauen.

Dr. Guido Orth will der demografischen Entwicklung vor Ort künftig verstärkt Rechnung tragen und die Altersmedizin ausbauen.
Seit Montag ist Dr. Guido Orth neuer Chefarzt der Geriatrie am Kreiskrankenhaus Grevenbroich.

Seit Montag ist Dr. Guido Orth neuer Chefarzt der Geriatrie am Kreiskrankenhaus Grevenbroich.

Georg Salzburg

Seit Montag ist Dr. Guido Orth neuer Chefarzt der Geriatrie am Kreiskrankenhaus Grevenbroich.

Grevenbroich. Bis zum Jahr 2030 werden 27,3 Prozent der Grevenbroicher 65 Jahre und älter sein. 2020 sollen es bereits 22,3 Prozent sein, wie die Bertelsmann-Stiftung berechnet hat. Nicht zuletzt deshalb ist auch die Geriatrie des Kreiskrankenhauses Grevenbroich St. Elisabeth stets ausgelastet, wie der neue Chefarzt Dr. Guido Orth berichtet. Eigentlich müsste man auf Dauer die Bettenkapazität unbedingt erweitern, sagt er. Denn der neue Geriatriechef hat zwar erst am Montag seinen Dienst angetreten, er war aber von 1996 bis 2001 bereits an diesem Krankenhaus tätig.

Die Geriatrie ist laut Orth die Disziplin mit der größten Zukunft

Der heute 43-jährige Orth war schon mit 26 Jahren als Assisistenzarzt davon überzeugt, dass die „Geriatrie die Königsdisziplin der Medizin ist“, wie er sagt. Er war der jüngste Geriatrie-Chefarzt in der Helios-Gruppe. Die Geriatrie sei auch die Disziplin mit der größten Zukunft: „Für die Geriatrie kommen Patienten ab dem 70. Lebensjahr in Frage. Das bedeutet, dass wir ab 2020 die Babyboomer-Jahrgänge zu erwarten haben, die dann dieses Alter erreicht haben.“ Die nächsten 30 Jahre werden laut Orth die Herausforderung schlechthin für Geriatrie und Alterstraumatologie. In dieser Station werden die „typischen Fälle“ erstversorgt, „wenn Oma oder Opa gestürzt sind“. Bislang seien viele Senioren nach der stationären chirurgischen Behandlung direkt ins Pflegeheim gekommen. „Wir werden das zwar nicht in jedem Fall verhindern können, aber unser Geriatriekonzept und das der Alterstraumatologie ist darauf angelegt, dass die Patienten ihre größtmögliche Selbstständigkeit wiedererlangen“, betont der Chefarzt. Das bedeute, dem Patienten ein interdisziplinäres geriatrisches Team zur Seite zu stellen, zu dem auch Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter und Seelsorger gehören.

Orth plant in Dormagen eine Alterstraumatologie

Während er konzeptionell auf Vielem aufbauen könne, das sein Vorgänger Professor Bernhard Höltmann mit der Geriatrie in Grevenbroich bereits aufgebaut habe, plane er noch deutliche Erweiterungen, kündigt Orth an, darunter eine Alterstraumatologie am Krankenhaus in Dormagen. Für den Kölner Raum werde das Haus dadurch ein Alleinstellungsmerkmal bekommen, hofft er.

Synergieeffekte mit dem Dormagener Haus sowie mit örtlichen niedergelassenen Ärzten, Apotheken und Therapeuten wolle er zu einem Netzwerk ausbauen. Das geriatrische Fachpublikum wird Orth im Frühjahr zu einem Symposium ins Kreiskrankenhaus einladen. In diesem Rahmen wird er offiziell eingeführt. Professor Höltmann steht ihm bis dahin noch zur Seite.

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