Die Anlaufstelle im Etienne-Krankenhaus, wo gestern die ersten Patienten behandelt wurden, löst die im „Lukas“ ab.

Die Anlaufstelle im Etienne-Krankenhaus, wo gestern die ersten Patienten behandelt wurden, löst die im „Lukas“ ab.
Dr. Gerhard Steiner (r.) und Dr. Wolfgang von Schreitter in den Räumen, in denen ein niedergelassener Hausarzt zu erreichen ist, wenn die Praxen geschlossen haben.

Dr. Gerhard Steiner (r.) und Dr. Wolfgang von Schreitter in den Räumen, in denen ein niedergelassener Hausarzt zu erreichen ist, wenn die Praxen geschlossen haben.

Andreas Woitschützke

Dr. Gerhard Steiner (r.) und Dr. Wolfgang von Schreitter in den Räumen, in denen ein niedergelassener Hausarzt zu erreichen ist, wenn die Praxen geschlossen haben.

Neuss. Der ambulante Notdienst in Neuss hat eine neue Adresse: Ab sofort versorgen die niedergelassenen Ärzte Patienten außerhalb der Praxisöffnungszeiten in neuen Räumen im Erdgeschoss des Johanna-Etienne-Krankenhauses. Bisher war die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein betriebene Notdienstpraxis auf dem Gelände des Lukaskrankenhauses an der Preußenstraße untergebracht.

Der neue Standort biete viele Vorteile, sagte Dr. Gerhard Steiner, Vorsitzender der KV-Kreisstelle Neuss, gestern bei der Eröffnung der Notdienstpraxis. Wesentlich sei dabei der kurze Weg zur Ambulanz der Klinik. „Schwere Notfälle können bei Bedarf direkt vom stationären Bereich versorgt werden, während ,Tür an Tür‘ der ambulante ärztliche Notdienst die Behandlung leichter Erkrankungen übernimmt.“ Dazu zählen beispielsweise grippale Infekte oder Magen-Darm-Erkrankungen am Wochenende.

„Trotz der schwierigen Situation am alten Standort hat die Zahl der Patienten in den vergangenen Jahren stetig zugenommen“

Dr.Wolfgang von Schreitter

Schon länger waren die KV-Ärzte auf der Suche nach einem neuen Standort für ihre Notdienstpraxis, die sie 2003 am Lukaskrankenhaus eröffnet hatten. Das „Lukas“ hätte die Notfallpraxis gern gehalten, war aber in der Standort-Entscheidung unterlegen. An der Preußenstraße verbleibt aber der Notdienst der niedergelassenen Kinderärzte, der seinen Sitz weiterhin in der Kinderklinik des Lukaskrankenhauses hat.

Das Krankenhaus auf der Furth stellt für die neue Notdienstpraxis unweit des Haupteingangs auf 110 Quadratmetern vier Behandlungsräume zur Verfügung, die für die Sprechstunden der Fachärzte eingerichtet wurden.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten“, sagt Paul Kudlich, Geschäftsführer des Johanna-Etienne-Krankenhauses, „denn wir sind überzeugt, dass es für Patienten in Neuss und Umgebung nur Vorteile haben kann, wenn sie auf einem Weg alle Einrichtungen vorfinden, um optimal behandelt zu werden.“ Nur wenige Schritte trennen die Notdienstpraxis, die außerhalb der Öffnungszeiten von der Facharztambulanz des Etienne-Krankenhauses genutzt wird, von Schockraum, Röntgen- und MRT-Diagnostik.

In der Notdienstpraxis versorgen die niedergelassenen Ärzte aus dem Rhein-Kreis wechselweise jährlich rund 15 000 Patienten. Das entspricht schon heute rund 200 pro Öffnungstag – Tendenz steigend. „Trotz der schwierigen Situation am alten Standort hat die Zahl der Patienten in den vergangenen Jahren stetig zugenommen“, berichtete Dr. Wolfgang von Schreitter, der den Einsatz von kreisweit rund 250 Ärzten im Notdienst koordiniert.

Da der neue Standort für Patienten aus Meerbusch, Kaarst und Korschenbroich besser erreichbar sei als die ehemalige Praxis an der Preußenstraße, rechnet Steiner langfristig mit einer noch höheren Inanspruchnahme. „Vermutlich werden künftig mehr Patienten aus dem Norden des Rhein-Kreises diese Praxis aufsuchen“, sagt er. Patienten, die bislang solche Praxen in Düsseldorf oder Mönchengladbach ansteuerten. Wenn das eintritt, könne auch eine Ausweitung der Öffnungszeiten in Erwägung gezogen werden. Momentan öffnet die Notfallpraxis am Mittwoch- und Freitagnachmittag von 14 bis 21 Uhr, sowie am Wochenende (8 bis 21 Uhr). „Denkbar wäre dann, die Notdienstpraxis auch montags, dienstags und donnerstags nach der Schließung der Praxen zu öffnen“, sagt von Schreitter. Die Ambulanz in der Nordstadt ist eine von dreien im Kreisgebiet. Weitere gibt es in Grevenbroich und Dormagen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer