Im Labor von ODB-Tec (v.l.): Der Entwickler Helmut Lüder und der geschäftsführer Dieter Ostermann.
Im Labor von ODB-Tec (v.l.): Der Entwickler Helmut Lüder und der geschäftsführer Dieter Ostermann.

Im Labor von ODB-Tec (v.l.): Der Entwickler Helmut Lüder und der geschäftsführer Dieter Ostermann.

Uli Engers

Im Labor von ODB-Tec (v.l.): Der Entwickler Helmut Lüder und der geschäftsführer Dieter Ostermann.

Neuss. Wenn der Physiker Dieter Ostermann sich die Produkte seines Unternehmens ODB-Tec ganz genau anschauen will, braucht er ein Elektronenmikroskop. ODB-Tec forscht und entwickelt im Bereich der Nanotechnologie - seit kurzem im Gewerbegebiet Bonner Straße.

"Nános" nannten die alten Griechen einen Zwerg. Die Nanotechnologie spielt sich auf der Ebene von Molekülen und Atomen ab. Eine Spezialität von Ostermanns Firma sind Nanobeschichtungen. Außerdem entwickeln die Neusser im Gewerbegebiet Bonner Straße eine neuartige Solarzelle mit der aus Wasser der gasförmige Wasserstoff gewonnen werden kann.

Wenige Firmen entwickeln Nanobeschichtungen. ODB-Tec gehört dazu und hat bereits drei Patente angemeldet. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um Anwendungen im Hoch-Technologiebereich, auch auf der Baustelle kommt Nanotechnologie made in Neuss zum Einsatz.

Dank Nanotechnologie klebt der Beton nicht mehr in der Form fest

"Wir haben ein nanotechnologisches, trennmittelfreies Schalungssystem entwickelt", sagt der Geschäftsführer Ostermann. Auf dem Bau gießen Arbeiter Formen mit Beton aus. Bisher mussten sie diese Schalungen genannten Gussformen mit einem Spezialöl versehen werden, damit der Gussbeton überhaupt wieder aus der Form zu lösen war. Jetzt sind diese Formen mit einer nanotechnologischen Anti-Haft-Beschichtung versiegelt. "Das Einölen entfällt, das spart Zeit und schont die Umwelt. Außerdem sind die Beton-Oberflächen besser", erklärt Ostermann.

Eine andere Beschichtung aus dem Hause ODB-Tec verhindert in Blockheizkraftwerken, dass Ruß und Asche, die die Dieselmotoren erzeugen, an den Bauteilen des Wärmetauschers haften und diese auf Dauer schädigen.

In den Labors am Bussardweg12 wird nicht nur an Beschichtungen geforscht. ODB-Tec entwickelt eine Solarzelle, die durch Sonnenenergie Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten kann. Mit dem gewonnen Wasserstoff ließe sich zum Beispiel Energie für Einfamilienhäuser gewinnen, sagt Ostermann. "In etwa einem Jahr soll die photoelektrochemische Solarzelle serienreif sein", kündigt er an.

ODB-Tec ist erst im Frühjahr aus Monheim nach Neuss übergesiedelt. Hier gibt es 240Quadratmeter Büros und Labors mit Option auf Erweiterung sowie eine Halle, die direkt daneben liegt. "Die Firma ist auf Wachstum angelegt. Die Halle können wir nächstes Jahr für die Produktion nutzen", sagt Ostermann.

Der promovierte Physiker erklärt, warum er mit der Firma nach Neuss kam: "Das Industriegebiet Bonner Straße ist sehr übersichtlich. Trotzdem gibt es hier sehr viele Firmen und damit auch viele potenzielle Kunden für uns. Wichtig ist aber auch die Nähe zur Düsseldorfer Universität. Und günstiger als Düsseldorf ist Neuss allemal."

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