Ein 18-Jähriger ist angeklagt, im März 2011 einen Obdachlosen ermordet zu haben.

Auf dem Gelände dieses Neusser Obdachlosenwohnheims wurde der 59-Jährige im März 2011 ermordet.
Auf dem Gelände dieses Neusser Obdachlosenwohnheims wurde der 59-Jährige im März 2011 ermordet.

Auf dem Gelände dieses Neusser Obdachlosenwohnheims wurde der 59-Jährige im März 2011 ermordet.

Archiv

Auf dem Gelände dieses Neusser Obdachlosenwohnheims wurde der 59-Jährige im März 2011 ermordet.

Neuss. Im Prozess um den Mord an dem obdachlosen 59-Jährigen auf dem Tüv-Gelände im März 2011 (die WZ berichtete) hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch für den geständigen Angeklagten Dennis E. (18) die im Jugendstrafrecht höchstmögliche Strafe gefordert: zehn Jahre Jugendstrafe.

Staatsanwalt Christoph Kumpa sah in seinem Plädoyer, in dem er den Tathergang noch einmal rekapitulierte, als erwiesen an, dass der schon früher durch Gewalttaten aufgefallene E. den wehrlosen Vietnamesen aus Angst vor einer Anzeige mit einem Holzpfosten immer wieder ins Gesicht geschlagen hatte. Zudem habe E. heimtückisch gehandelt, da sein bereits am Boden liegendes Opfer arg- und wehrlos gewesen sei.

Der Staatsanwalt attestierte E. eine massive Reifeverzögerung. Er sei jedoch, auch wenn er am Tatabend Alkohol getrunken habe, voll schuldfähig.

Bei seinem ebenfalls geständigen Komplizen Sven K. (37) sieht das anders aus. Hier geht Kumpa von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, da der Angeklagte zum Tatzeitpunkt extrem alkoholisiert gewesen sei. „Für ihn ergibt sich das typische Bild eines Mitläufers“, so der Staatsanwalt, der für K. wegen Raubes, gefährlicher Körperverletzung und gemeinschaftlichen Totschlags ein Strafmaß von neuneinhalb Jahren forderte.

Der Angeklagte soll eine Entziehungskur machen

Außerdem soll K. wegen seiner Alkoholabhängigkeit in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden. Da eine beisitzende Richterin gesundheitlich angeschlagen im Gericht erschienen war, wurde die Sitzung am Mittwoch nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft beendet. Am kommenden Montag hat dann die Verteidigung das Wort.

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