Die evangelische Gemeinde lud anlässlich des Lutherjahres und des 20. Geburtstages des Von-Bora-Hauses zu einer Zeitreise ein.

Die evangelische Gemeinde lud anlässlich des Lutherjahres und des 20. Geburtstages des Von-Bora-Hauses zu einer Zeitreise ein.
Walter Jerzembeck (l.) und Uli Kürsten entführten als Spielmannsleute in die Zeit des Mittelalters.

Walter Jerzembeck (l.) und Uli Kürsten entführten als Spielmannsleute in die Zeit des Mittelalters.

Berns

Walter Jerzembeck (l.) und Uli Kürsten entführten als Spielmannsleute in die Zeit des Mittelalters.

Vorst. Eine selbstgebaute Wartburg schmückte die Bühne im Zelt auf dem Platz des Katharina-von-Bora-Hauses. Pfarrer Werner Hoffmann und zahlreiche freiwillige Kinder, alle verkleidet als Ritter oder Bäuerinnen, begrüßten die zahlreichen Gäste mit einem feierlichen Gottesdienst. Zu Ehren des Lutherjahres und des 20-jährigen Bestehens des Katharina-von-Bora-Hauses in Vorst organisierte die evangelische Gemeinde ein Fest für Jung und Alt.

Schaltzentrale der evangelischen Gemeinde in Vorst

Das Katharina-von-Bora-Haus ist die Schaltzentrale der evangelischen Gemeinde in Vorst. Dort werden die Gottesdienste gehalten, treffen sich viele Gruppen und leben das evangelische Leben. Zum ersten Mal aber gab es dort nun aber eine Zeitreise: Das Mittelalter war Thema des Gemeindefestes. „Wir haben uns im Oktober zusammengesetzt und mit einem zehnköpfigen Team die Vorbereitung begonnen. Wir wollten an die Lutherzeit erinnern“, erzählt Organisator Andreas Grüneberg, der die Idee zum Leitgedanken hatte. Anlässlich 500 Jahren Reformation sollte das Fest eine Hommage an Martin Luther werden.

Für das Programm sorgten viele freiwillige Helfer. „Wir haben viele Programmpunkte aus den eigenen Reihen“, so Grüneberg. Die Grundschule Vorst und die Matthias-Claudius Schule oder auch die Theatergruppe Senfkörner sorgten mit Auftritten im Festzelt für gute Stimmung. Mit Korbflechten, Falknerei, Imkerei, Drechseln, Flachsen, Bogenschießen und dem Buchdruck bot die Gesamtgemeinde mittelalterliche Aktivitäten an. Highlight auf kulinarischer Ebene war sicherlich das Spanferkel von Bauer Berrisch. „Schon nachts um drei Uhr haben wir die Kohle anheizen müssen, damit es auch rechtzeitig fertig wird“, erzählt Grüneberg. Darüber hinaus war Bäcker Tockloth mit frischem Brot vertreten und eine syrische Flüchtlingsfamilie verkaufte an einem Stand Falafeln. Das Organisationsteam freute sich über zahlreiche gespendete Kuchen und Salate.

Erlös des Festes kommt auch wohltätigen Zwecken zugute

Vor dem Fest war Organisator Grüneberg ein wenig mulmig. Zum ersten Mal sollte der Festtag der evangelischen Gemeinde Kaarst, Büttgen, Holzbüttgen und Vorst in seiner Heimat stattfinden. Vor fünf Jahren hatten sich die Bezirke zu einer Gesamtgemeinde zusammengeschlossen. Doch schon nach weniger Zeit war Grüneberg erleichtert: „Wir haben das erste Mal gutes Wetter und das Zelt ist auch schon rappelvoll. Das Lutherjahr ist ein Segen.“ Für Grüneberg ist das Fest „gelebte Ökumene“. Zahlreiche Bürger und Gemeindemitglieder hätten sich beteiligt und geholfen. Erstmals waren auch zwei Schützenzüge aus der Bruderschaft Büttgen-Vorst beim Gemeindefest dabei. Sie übernahmen den Dienst im Bierwagen und versorgten die Gäste. „Man sieht hier, was Menschen zusammen schaffen können. Das Zusammenwirken ist besser als jeder Videoblog“, freute sich Grüneberg, der auch im Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde sitzt, über den Zusammenhalt der Mitmenschen.

Die Erlöse aus dem Mittelalterfest fließen nicht nur in die Gemeinde, sondern werden auch zu wohltätigen Zwecken genutzt. Mit einem Teil des Geldes unterstützt die Kirchengemeinde den Förderverein der Grundschule Vorst, sowie den Verein der Lebenshilfe Vorst.

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